Der DAX hat am Donnerstag seine anfänglichen Abschläge wettgemacht und den Handel im Plus beendet. Auch die schwankende Entwicklung an der Wall Street konnte den deutschen Leitindex am Nachmittag nicht mehr bremsen. Im Fokus standen weiterhin die Reaktionen auf die am Vorabend veröffentlichten Zahlen von Nvidia.
Getragen von kräftigen Gewinnen bei SAP schloss der DAX 0,45 Prozent höher bei 25.289,02 Punkten. Im Tagesverlauf scheiterte der Index jedoch erneut knapp oberhalb von 25.300 Punkten – in diesem Bereich hat sich seit Mitte Februar ein markanter Widerstand herausgebildet. Der MDAX legte um 0,07 Prozent auf 31.452,62 Zähler zu.
In den USA konnten die großen Indizes ihre frühen Gewinne nicht vollständig verteidigen. Vor allem an der technologielastigen Nasdaq kam es zu Gegenwind. Nvidia gerieten trotz starker Geschäftszahlen unter Gewinnmitnahmen, nachdem die Aktie zuvor auf den höchsten Stand seit November gestiegen war.
Gefragt waren dagegen Softwaretitel. Salesforce und Snowflake wurden wieder stärker gekauft, nachdem die Sorgen vor KI-bedingten Belastungen etwas in den Hintergrund traten. Davon profitierte auch SAP, die mit einem Plus von 3,3 Prozent zu den stärksten DAX-Werten zählten.
Am anderen Ende des DAX standen Heidelberg Materials mit einem Abschlag von fünf Prozent. Belastet wurde die Aktie von der anhaltenden Diskussion um das europäische Emissionshandelssystem (ETS). Berichte, wonach Italien eine Aussetzung anstrebt, um energieintensive Unternehmen zu entlasten, sorgten für Unsicherheit. In Teilen der Chemiebranche wurde diese Entwicklung hingegen positiv aufgenommen.
Munich Re gaben nach vorangegangener Rally um 0,7 Prozent nach. Zwar übertraf der Rückversicherer sein Gewinnziel trotz hoher Belastungen durch Waldbrände in Los Angeles, blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück. Allianz legten nach gemischt aufgenommenen Zahlen um 0,8 Prozent zu. Die Deutsche Telekom verzeichnete ein Minus von 2,2 Prozent.
Noch deutlicher traf es im MDAX Freenet mit einem Kursrutsch von 14 Prozent nach enttäuschenden Zahlen und Zielen. Kion verloren nach einem schwachen Ausblick über zehn Prozent, Jungheinrich mehr als acht Prozent. Im Rüstungssektor zählten Hensoldt mit minus 4,3 Prozent zu den Verlierern. Ergebnisziel und Dividende wurden als unzureichend bewertet. Puma dagegen gewannen fast zehn Prozent, da die Quartalszahlen weniger schwach ausfielen als befürchtet.
Im SDAX setzte Gerresheimer die Abwärtsbewegung mit einem weiteren Minus von 15 Prozent fort. Hintergrund sind anhaltende Untersuchungen zu Bilanzierungsfragen. Adesso hingegen sprangen nach Zahlen um mehr als 12 Prozent nach oben und führten den Index an.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 19:08