Börsen-Achterbahn: Jetzt richtig handeln
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22.04.2021 Marion Schlegel

DAX im Plus erwartet, starke US-Vorgaben, SAP und Deutsche Börse im Fokus– das ist heute wichtig

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DAX

Nachdem der deutsche Leitindex – belastet von Virussorgen und Gewinnmitnahmen – von seinem Rekordhoch am Montagfrüh bei knapp über 15.500 Zählern bis zur Wochenmitte auf unter 15.100 Punkte abgerutscht war, hatte er sich anschließend wieder gefangen und am Vortag bereits wieder höher geschlossen. Der Broker IG taxiert den DAX knapp zwei Stunden vor dem Start mit plus 0,4 Prozent auf 15.262 Punkte. Stützend wirkt auch die Kursentwicklung in New York, wo die großen Indizes am Vortag ihre Gewinne im späten Handel merklich ausgebaut hatten.

DAX (WKN: 846900)

Letztlich ging das Wall-Street-Barometer Dow 0,9 Prozent höher bei 34.137,31 Punkte aus dem Tag. Der marktbreite S&P 500 stieg am Mittwoch ebenfalls um 0,9 Prozent, was einen Stand von 4.173,42 Zählern bedeutete. Auch der Nasdaq-Auswahlindex 100 rückte um 0,9 Prozent auf 13.935,15 Punkte vor.

Die Börsen Asiens haben am Donnerstag mit dem Rückenwind von den US-Börsen überwiegend fest tendiert. Der japanische Leitindex Nikkei 225 legte zuletzt um rund zwei Prozent zu. Der CSI-300-Index mit den 300 größten Unternehmen, die an Chinas Festlandsbörsen gelistet sind, büßte hingegen 0,1 Prozent ein, während der Hongkonger Hang Seng 0,5 Prozent gewann.

Am Nachmittag stehen die geldpolitischen Beschlüsse der Europäischen Zentralbank (EZB) im Fokus. Erwartet wird, dass sie ihre sehr lockere Geldpolitik bestätigen wird. In der zuletzt gestiegenen Inflation sieht die Notenbank nur ein vorübergehendes Phänomen. Der mit der Sorge vor Teuerung einhergehende Anstieg der Zinsen ist für die Aktienmärkte schlecht, festverzinsliche Papiere gewinnen dadurch an Attraktivität.

"Dass die EZB ihre Geldpolitik nicht anfassen wird, gilt als ausgemacht", schrieb Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners in seinem Morgenkommentar. Spannung versprächen die Äußerungen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde zum Tempo des Pandemie-Anleihen-Kaufprogramms, so der Portfolio-Manager. Er verwies darauf, dass die Notenbank in der vergangenen Woche das Kauftempo deutlich beschleunigt habe. Der jüngste Zinsanstieg sei der Härtetest für das Versprechen der EZB, die Finanzierungsbedingungen durch erhöhte Käufe günstig zu halten.

Abseits der Geldpolitik spielen am Donnerstag auch einige Quartalsberichte eine Rolle. Aus dem DAX veröffentlichten der Softwarekonzern SAP sowie die Deutsche Börse ihre Zahlen.

DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.

(Mit Material von dpa-AFX)

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