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06.01.2021 Leon Müller

DAX bei 19.234 Punkten, damit...

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DAX

Der Start ins neue Jahr glich für den DAX trotz Erreichen eines neuen Allzeithochs im Intraday-Verlauf eher einem Kaltstart denn einem heißspornigen Anlauf auf neue Rendite-Bestmarken. Tatsächlich liegen die wirklich herausragenden Jahre für den Deutschen Aktienindex Jahrzehnte zurück und existieren nur noch in den Erinnerungen von Anlegern, die wirklich schon lange dabei sind. 

Mickrige 3,55 Prozent hat der DAX vergangenes Jahr an Wert gewonnen. Ein unterdurchschnittliches Ergebnis, wenngleich es angesichts der Corona-Pandemie für die meisten Marktteilnehmer ein überraschend positives gewesen sein dürfte. Schließlich war der DAX im Frühjahr bis auf 8.441,71 Punkte abgerutscht – ein Minus in Höhe von über 36 Prozent gegenüber dem Vorjahresschluss. Zu diesem Zeitpunkt waren viele überzeugt, das Jahr würde blutrot enden. Es kam anders.

DAX (WKN: 846900)

Dennoch offenbart ein Blick in die Historie, dass die wirklich herausragenden Jahre lange zurückliegen.

Jahr Vorjahr Schluss Ertrag
1985 820,90 1.366,20 +66,4%
1967 333,36 503,22 +51,0%
1997 2.888,69 4.249,69 +47,1%
1993 1.545,05 2.266,68 +46,7%
1975 401,79 563,25 +40,2%

Im fünftbesten Jahr seit 1959 legte der DAX im Jahr 1975 um 40,2 Prozent zu. Zehn Jahre später gewann das deutsche Börsenbarometer beinah aberwitzige 66,4 Prozent. In der jüngeren Vergangenheit kommt allenfalls das Jahr 2003 noch an diese Top5-Werte heran. Damals zum Geburtsjahr der ersten Post-Dotcom-Hausse legte der DAX 37,1 Prozent zu.

Steiler Anstieg notwendig

Um es in die Top5 zu schaffen, müsste der DAX im laufenden Jahr die Rendite von 1975 übertreffen. Gelänge ihm das, müsste er zum Jahresende bei mindestens 19.234 Punkten notieren. So hoch sehen den Leitindex nicht einmal die kühnsten Optimisten. Der Durchschnitt der Prognosen liegt gar bei gerade einmal 14.476 Punkten. Das entspräche immerhin einem Plus von 5,5 Prozent gegenüber dem Schlussstand des Jahres 2020.

Der DAX in wenigen Monaten knapp unterhalb der 20.000er-Marke? Nicht unmöglich, aber doch unwahrscheinlich. Nach wir vor lastet die Corona-Pandemie auf Gemütern und Kursen. Erst am Dienstag gab die Bundesregierung eine Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen bekannt. Immerhin: Anleger können – schließen sie sich der Meinung der Analysten an – mit ordentlichen, wenn auch in der langfristigen Betrachtung eher unterdurchschnittlichen Renditen rechnen. Mit welchen Titeln und Vehikeln, ob am Aktienmarkt, im Rohstoffsektor oder bei Kryptowährungen Sie als Anleger jetzt gut ins neue Jahr starten, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des AKTIONÄR, die Sie hier bequem als digitales E-Paper lesen können.

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