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15.07.2020 Jochen Kauper

Daimler-Aktie kommt nicht vom Fleck - wichtige technische Hürde voraus

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Daimler

Daimler muss wegen der enormen Kosten für Digitalisierung und den Wandel der Branche zur Elektromobilität kräftig sparen. Hinzu kommt, dass die Corona-Krise den Konzern noch immer fest im Griff hat. Die Daimler-Aktie braucht dringend neue Impulse.

Nvidia hilft Daimler auf die Sprünge

Zuletzt machte Daimler in punkto Kooperationen mit positiven News auf sich aufmerksam. Ab 2024 wird die Nvidia-Architektur in jedem neuen Mercedes verbaut. Diese wird nicht nur autonomes Fahren auf Level 4 und selbständiges Parken ermöglichen. Das Auto wird dadurch in Zukunft auch zu einer Art iPhone auf vier Rädern. Durch die Nvidia-Architektur kann das Auto ständig Software-Updates erhalten. „Noch nie gab es so viel Computing-Power in einem Auto“, freut sich Nvidia-CEO Huang über die Zusammenarbeit mit Daimler.

"Noch nie gab es so viel Computing-Power in einem Auto."

Jen-Hsun Huang, CEO Nvidia

Sicherlich ein guter Deal, jedoch wird die Nvidia-Architektur erst ab 2024 in jedem Mercedes zu finden sein. In der Zwischenzeit haben Tesla und Volkswagen sowie sicherlich auch BMW mit seinem i4 die Möglichkeit, den Vorsprung vor Daimler weiter auszubauen.

Beteiligung an Batteriezellen-Hersteller Farasis Energy

Auch Daimlers Deal mit dem chinesischen Batteriezellen-Hersteller Farasis Energy passt ins Bild. Die Beteiligung an Farasis ist für Daimler ein wichtiger strategischer Schritt, um sich den Nachschub an Batterie-Zellen für seine Elektromodelle zu sichern. Bislang kauft Daimler die Zellen für die Batterien von einer Reihe externer Hersteller.

Quartalskennzahlen von Daimler vom 1. Quartal 2016 bis 1. Quartal 2020
Statista

Auch die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Partner und Großaktionär Geely sollte Daimler langfristig vorwärtsbringen. Denn: China ist und bleibt der größte und wichtigste Automarkt der Welt. „Alle die es schaffen, sich mit chinesischen Partnern stabil aufzustellen, sind die potentiellen Gewinner", sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut gegenüber dem AKTIONÄR.

Daimler (WKN: 710000)

Dennoch: Daimler bewegt sich in Sachen Digitalisierung und E-Mobility einfach zu langsam. Kein Wunder, dass die Aktie im Gegensatz zu Elektroautopionier Tesla derzeit nicht vom Fleck kommt. „Die 38-Tage-Linie fungiert aktuell als Supportzone. Langfristig orientierte Anleger sollten einen nachhaltigen Bruch des intakten Abwärtsmodus abwarten. Am übergeordneten technischen Downside-Modus wird sich vorerst nichts ändern“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von Donner & Reuschel.

Independent Research hebt Kursziel auf 38 Euro an

Trotz der vielen Schwierigkeiten, mit welchen Daimler derzeit zu kämpfen hat, hob Independent Research am Dienstag das Kursziel für Daimler von 34 auf 38 Euro an. Die Absatzzahlen von Mercedes-Benz seien erneut besser als die von BMW und Audi ausgefallen, schrieb Analyst Sven Diermeier in einer Studie. Die Unsicherheiten über den Verlauf der Konjunkturerholung blieben aber hoch.

Zuletzt ist das Daimler-Papier an der 200-Tage-Linie abgeprallt und anschließend in eine Seitwärtsbewegung übergegangen. Erst ein Sprung über diese wichtige Hürde, die derzeit bei gut 40,28 Euro verläuft, würde ein neues Kaufsignal für die Aktie liefern.

Mit Material mit dpa-AFX

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