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29.07.2020 Jochen Kauper

Daimler verschärft den Sparkurs – was bedeutet das für die Aktie?

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Daimler

Auch für die Beschäftigten des Autobauers Daimler bringt die Corona-Krise nun finanzielle Einbußen mit sich - im Gegenzug bleiben aber ihre Jobs gesichert. Unternehmensleitung und Gesamtbetriebsrat hätten sich auf Eckpunkte zur Reduzierung der Personalkosten und zur Beschäftigungssicherung geeinigt, teilte Daimler mit. Wesentliche Punkte: Die Arbeitszeit wird reduziert, die Prämie gestrichen und das sogenannte tarifliche Zusatzgeld automatisch in freie Tage umgewandelt.

Q2-Zahlen der Daimler AG
daimler.com

Der Konzern reagiere damit auf die deutliche Verschärfung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen durch die Corona-Pandemie. Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht sprach von einem "deutlichen Beitrag zur Sicherung der Beschäftigung und Stabilisierung unserer Finanzlage". Niemand solle sich in seiner Existenz bedroht fühlen. "Mehr noch: Beschäftigung bei Daimler bleibt bis 2030 gesichert, und betriebsbedingte Kündigungen bleiben ausgeschlossen", betonte Brecht. Der "Automobilwoche" sagte er, man rede über ein Einsparvolumen von 450 Millionen Euro. Das sei ein Einmaleffekt, der einen zeitlichen Puffer verschaffe. "Das trägt für ein Jahr zur Entspannung bei, kann aber nicht die ganzen anstehenden Themen lösen", sagte Brecht.

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Für sämtliche Beschäftigten in Verwaltung und Produktion fällt zudem die Prämie für das Jahr 2020 weg. Das sogenannte Tarifliche Zusatzgeld, das einmal im Jahr gezahlt wird, gibt es 2021 ebenfalls nicht - es wird für alle verpflichtend in bezahlte Freistellungstage umgewandelt.

Die Corona-Krise sorgte zuletzt für tiefrote Zahlen bei Daimler. Im zweiten Quartal fuhr der Konzern rund zwei Milliarden Euro Verlust ein. Eine konkrete Zahl hatte Daimler was den Abbau von Arbeitsplätzten betrifft nie genannt. Kolportiert worden waren zunächst Größenordnungen von 10.000 bis 15.000 Stellen, die abgebaut werden sollten. Zuletzt hatten dann Berichte über 20.000 bis hin zu 30.000 Stellen die Runde gemacht.

Daimler (WKN: 710000)

Die schärferen Sparpläne sollten an der Börse gut ankommen. Zuletzt hatten mehrere Analysten bereits ihre Kursziele nach oben geschraubt. Deutsche-Bank-Analyst Tim Rokossa schraubte sein Kursziel für die Daimler-Aktie um knackige 15 Euro auf 50 Euro an. Bullish zeigt sich auch das Analysehaus Jefferies.

Philippe Houchois hob seine Schätzungen für den operativen Gewinn in diesem Jahr und den Free Cashflow an. Der Autobauer stabilisiere weiter seine Bilanz. Houchois sieht für die Aktie Potenzial bis 48 Euro.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Daimler.

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