31.03.2020 Jochen Kauper

Daimler-Aktie: Nächste Herabstufung! Sollten Anleger antizyklisch handeln?

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Daimler

Es war ein durchwachsener Start für die Daimler-Aktie in die neue Handelswoche. Zwar konnte sich der Kurs weiter erholen, jedoch sorgten die Analysten für nachdenkliche Mienen bei den Anlegern. Am Montag stufte die französische Großbank Société Générale das Kursziel für Daimler herunter, am Dienstag zieht die renommierte US-Investmentbank Goldman Sachs nach. Ist es für Anleger an der Zeit, antizyklisch zu handeln?

SocGen senkt das Kursziel

Am Montag hat Analyst Stephen Reitman von der Société Générale seine operativen Gewinnprognosen (EBIT) für Daimler für 2020 und 2021 um 35 und 14 Prozent gesenkt. Dies sei ein erster Versuch, die Folge den Corona-Krise abzuschätzen, so der Experte. Sein Kursziel schraubte der Analyst um 9 Euro auf 31 Euro nach unten. Bereits am Freitag hat das Düsseldorfer Bankhaus Lampe das Kursziel für Daimler von 40 auf 31 Euro gesenkt.

Goldman Sachs: Daimler-Kursziel 28 Euro

Am Dienstag zieht die renommierte US-Investmentbank Goldman Sachs nach. Analyst George Galliers setzt die Daimler-Aktie auf "verkaufen". Das Kursziel wurde auf 28 Euro zurecht gestutzt, die Einstufung auf "Sell" belassen. Von einer Rezession ausgehend, rechne Galliers in diesem Jahr mit einem Einbruch des europäischen Autoabsatzes um 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, schrieb Analyst George Galliers in einer am Dienstag vorliegenden Branchenstudie. Seine Gewinnschätzungen für dieses Jahr habe er um mehr als 35 Prozent gekürzt. Eine steigende Arbeitslosigkeit und ein sinkendes Verbrauchervertrauen ließen auch 2021 und 2022 Absatzmengen wie noch im Jahr 2019 nicht erwarten.

Die meisten Analysten haben die Daimler-Aktie auf ihre Verkaufsliste gepackt. Hinzu kommt, dass der Markt viele negative Nachrichten im Kurs eingepreist und durchaus viel vorweggenommen hat.

Zuletzt gab es durchaus positive Nachrichten rund um Daimler. Vorstand Ola Källenius hat vergangene Woche die Dividende bestätigt. Staatshilfen wurde eine Absage erteilt.

Daimler (WKN: 710000)

Daimler & Geely? Warum nicht!

Hinzu kommt die Spekulation, dass der chinesische Daimler-Partner Geely sein Engagement von derzeit rund zehn Prozent weiter ausbauen könnte. Warum nicht? „Es würde doch durchaus Sinn machen, in einer derart schwierigen Zeit gemeinsam die Zukunft zu gestalten“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität St. Gallen gegenüber dem AKTIONÄR.

daimler.com

Hersteller rücken zusammen

Die Krise wird viele Automobil-Hersteller dazu zwingen, mehr Kooperationen einzugehen, Forschung und Entwicklung zusammen mit andere Herstellern zu betreiben, um die Kosten zu drücken. Nur so ist ein erfolgreicher Weg Richtung Elektromobilität, autonomes Fahren sowie neue Mobilitätsdienste möglich.

Es bleibt dabei: Noch kann der Worst-Case für die Automobil-Hersteller verhindert werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Corona-Krise in zwei bis drei Monaten beherrschbar ist. Bei einem Börsenwert von rund 30 Milliarden Euro ist Daimler für ausländische Investoren sicherlich einen Blick wert. Anleger mit einem langen Atem stellen bei Kursen zwischen 25 und 27 Euro einen Fuß in die Tür.

(Mit Material von dpa-AFX).

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Daimler.

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