Neustart: Das 100.000 Euro Depot
05.08.2019 Leon Müller

Daimler-Aktie: Kollaps am Nachmittag?

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Daimler
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Die Daimler-Aktie gerät zu Beginn der neuen Woche unter die Räder, ist zweitschwächster Wert im Auswahlindex DAX. Nach den Verlusten der vergangenen Tage droht jetzt sogar der endgültige Bruch selbst der letzten Unterstützung. Auf welche Marke Anleger heute unbedingt achten müssen – und wie die Schwäche zu erklären ist.

Das Damoklesschwert Strafzölle auf Autoimporte hat Anleger am Montag erneut aus dem Sektor getrieben. Der europäische Sektorindex rutschte bis zum Mittag um 2,4 Prozent ab auf den niedrigsten Stand seit Anfang Juni. Besonders hart trifft es heute die Aktie des Stuttgarter Automobilherstellers mit dem Stern auf der Haube: Daimler verlierern rund vier Prozent, sind zweitschwächster Wert im DAX.

Ein Witz, keiner lacht

Gar nicht zum Lachen fanden Aktienhändler einen Scherz des US-Präsidenten Donald Trumps über Zölle auf deutsche Autos. Trump hatte am Freitag erklärt, die USA würden an einem Abkommen arbeiten, bei dem sich die EU dazu bereit erklären werde, 25 Prozent auf Mercedes-Benz- und BMW-Autos zu zahlen, die in die USA eingeführt werden. Die USA wüssten das zu schätzen, sagte der Republikaner und schob im nächsten Moment hinterher: "War nur ein Witz." "Das ist im aktuell schwierigen Marktumfeld nicht gerade hilfreich", sagte ein Händler mit Blick auf die fallenden Kurse.

Sollten die USA tatsächlich Strafzölle auf Autoimporte aus der EU erheben, so dürften die Hersteller dies auch zu spüren bekommen, sagte Analyst George Gallier von der Investmentbank Goldman Sachs und verwies auf die gegenwärtig ohnehin niedrige Profitabilität von BMW und Mercedes. Diese beiden Hersteller würden Strafzölle am härtesten treffen. Um bis zu 20 Prozent könnte eine solche Maßnahme der USA den operativen Gewinn der beiden Konzerne schmälern.

Wie hart Zölle die Hersteller tatsächlich träfen, hänge davon ab, ob und in welcher Höhe diese die Zölle an die Käufer weitergeben können. "Wir halten Preiserhöhungen von 5 bis 15 Prozent für möglich", sagte Galliers. Das liege vor allem an der Unverwechselbarkeit deutscher Premiumfahrzeuge.

Daimler (WKN: 710000)

Es wird eng für Daimler-Aktionäre: Die Aktie notiert aktuellen auf dem tiefsten Stand seit Jahresbeginn respektive auf einem neuen 52-Wochen-Tief. Schließt der DAX-Titel unter der Schwelle von 44,51 Euro (bisheriges Tief), drohen weitere Verkäufe infolge der Auslösung von Stopp-Loss-Order und Ängsten vor weiteren, ausgedehnten Verlusten. Gelingt indes auf Schlusskursbasis heute oder morgen die Bestätigung dieser Marke als Unterstützung, könnte sich nach verlustreichen Wochen eien Gegenbewegung anschließen.

Hinweis auf mögliche Interessenskonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Daimler.

Mit Material von dpa-AFX

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