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Commerzbank: Showdown in Mailand

Commerzbank: Showdown in Mailand
Foto: BÖRSE ONLINE/ChatGPT (KI-generiert)
Commerzbank AG -%
Michael Herrmann Heute, 07:55 Michael Herrmann

Bei der Commerzbank stehen zu Wochenbeginn einmal mehr die Übernahmepläne der UniCredit im Fokus. Bei den Mailändern kommt es heute zu einem Showdown. Das Management der Frankfurter Bank schießt derweil weiter scharf gegen die Pläne der Italiener. Diesmal in Person des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Michael Kotzbauer.

Am heutigen Montag findet die Hauptversammlung der UniCredit statt. Dort sollen die Aktionäre unter anderem grünes Licht für eine Kapitalerhöhung geben. Die neuen Aktien sollen als Grundlage dienen, um die Commerzbank zu übernehmen. UniCredit-Chef Andrea Orcel hatte in Interviews angekündigt, das offizielle und damit verbindliche Übernahmeangebot am Dienstag, den 5. Mai, vorzulegen.

Damit rückt der Übernahmekampf in eine entscheidende Phase. Nur drei Tage später dürfte dann die Commerzbank selbst nachlegen. Am Freitag (8. Mai) legt die Bank ihre Quartalszahlen vor. Zudem hat das Management ein Strategie-Update angekündigt.

Analysten hatten in den vergangenen Tagen bereits ihre Prognosen und Kursziele für die Commerzbank-Aktie angehoben. Sie rechnen damit, dass Vorstandschefin Bettina Orlopp neue und möglicherweise noch ambitioniertere Finanzziele präsentieren wird. Das Ziel: den Wert der Commerzbank stärker herauszustellen, die Übernahme für UniCredit teurer zu machen und damit letztlich abzuwehren.

Derweil verschärft auch der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Michael Kotzbauer den Ton gegenüber UniCredit. Gegenüber der FAZ sagte er, man lehne Gespräche nicht grundsätzlich ab. Was UniCredit nach Monaten vorgelegt habe, sei jedoch „ein Plan, der die Bank wie sie heute für ihre Kunden funktioniert, zerlegt und unseren Aktionären dafür keine Prämie zahlt“.

Aus Sicht Kotzbauers müssten Commerzbank-Aktionäre ihre Papiere sogar „zu einem Abschlag“ in UniCredit-Aktien tauschen. Der Vorstand sei verpflichtet, im Interesse der Aktionäre zu handeln.

Auch die Kommunikation der Italiener kritisierte Kotzbauer scharf. Er sprach von einem „feindlichen Vorgehen“ und warf UniCredit irreführende Darstellungen vor, die die Commerzbank zurückgewiesen habe. Zudem würden die Interessen der Kunden nicht ausreichend berücksichtigt. „Kunden sind aber Grundlage der Existenz einer Bank“, sagte Kotzbauer.

Operativ sieht sich die Commerzbank derweil gut aufgestellt. Im Firmenkundensegment sei die Bank trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds stabil. „Unser Kreditbuch ist resilient“, sagte Kotzbauer.

Für die Aktie wird damit auch der Freitag spannend. Dann muss Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp liefern – nicht nur bei den Zahlen, sondern auch beim Ausblick. Je überzeugender die neuen Ziele bis 2030 ausfallen, desto schwieriger dürfte es für UniCredit werden, die Aktionäre auf die eigene Seite zu ziehen.

Commerzbank (WKN: CBK100)

DER AKTIONÄR bleibt dabei: Die Commerzbank-Aktie ist durch die Übernahmefantasie weiter spannend. Die UniCredit dürfte heute eine wichtige Hürde dafür nehmen. Ab morgen könnten dann die Karten etwas offener auf den Tisch gelegt werden. Anleger bleiben in dieser Gemengelage investiert.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.

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