BMW hat sich 2025 insgesamt gut geschlagen. Problembereich bleibt China. Der Verkauf von BMW-Mini-Rolls Royce in China ging in den letzten drei Jahren um 24 Prozent auf zuletzt 625.527 Neuwagen zurück, obwohl der chinesische Automarkt im gleichen Zeitraum um zehn Prozent auf 23,8 Millionen Autos im Jahr 2025 gewachsen ist. Jetzt will BMW mit der Neuen Klasse im wichtigsten Automarkt der Welt wieder Pluspunkte sammeln.
Investoren setzen bei BMW auf einen erfolgreichen Roll-out der Neuen Klasse in China. Die Verkaufszahlen in Europa für das erste Modell, dem iX3, stimmen zumindest zuversichtlich, dass auch im wichtigsten Automarkt der Welt damit eine Trendwende eingeleitet werden könnte.
BMW hat vor kurzem erste Details bekannt gegeben. Die China-Version des iX3 aus der Neuen Klasse wurde offiziell vorgestellt. Das Modell verfügt über einen längeren Radstand, angepasste Türgriffe sowie einen speziell für China entwickelten Software-Stack inklusive des L2-Assistenzsystems von Momenta. Die Reichweite liegt bei über 900 Kilometern, in nur zehn Minuten können rund 427 Kilometer nachgeladen werden. Der Marktstart ist für 2026 geplant, der Preis steht noch nicht fest.
„Die große Hoffnung liegt auf der Neuen Klasse. Unserer Einschätzung nach wird der Fahrzeugpreis die Nagelprobe für BMW in China sein“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber DER AKTIONÄR.
Aus Sicht der Analysten der UBS ist BMW mit der Neuen Klasse technologisch wettbewerbsfähig, insbesondere bei Nutzererlebnis und Fahrassistenzsystemen. Die Modelle könnten helfen, den Marktanteilsverlust in China zu bremsen oder sogar zu stoppen, vorausgesetzt die Preisgestaltung ist attraktiv. Erwartet wird ein Einstiegspreis von rund 40.000 Euro, also nur leicht über lokalen Wettbewerbern.
Positiv äußerte sich zuletzt auch das US-Analysehaus Bernstein Research. Europas Automobilhersteller seien Jahre hinter denen Chinas zurück in puncto Software-definierte Fahrzeuge, smarte Cockpits und Elektrifizierung, schrieb Stephen Reitman in einer Studie. Neue Modellreihen wie MB.OS von Mercedes-Benz und Neue Klasse von BMW seien nun aber regelrechte Quantensprünge nach vorn. Hiermit schlügen die beiden Hersteller nun zurück. Reitman hielt deshalb an seinem "Outperform"-Rating für die BMW-Aktie inklusive eines Kursziels von 108 Euro fest.
BMW konnte zuletzt Volumen und Preise in China stabilisieren, unter anderem durch Anpassungen im Händlernetz und Preissenkungen. Allerdings bleibt der Wettbewerb intensiv. Insgesamt gilt: Der iX3 hat das Potenzial zum Gamechanger in China. Die Technik des iX3 ist überzeugend, der Erfolg hängt jedoch in erster Linie von der Preisgestaltung ab. Grundsätzlich gilt: BMW ist mit einem Portfolio an Verbrennern, Hybriden und reinen E-Autos gut positioniert. Viele Experten sehen BMW mit den neuen Modellen auf Augenhöhe mit der starken Konkurrenz aus China. Sind im wichtigsten Absatzmarkt Anzeichen für eine Erholung sichtbar, wird die Aktie wieder Schwung nach oben bekommen. Wer investiert ist, bleibt dabei.
Heute, 12:35