29.03.2019 André Fischer

Bayer: Was jetzt für und gegen die Aktie spricht

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Bayer
Trendthema

Der Glyphosat-Prozess des an Krebs erkrankten Edwin Hardeman vor dem Bundesgericht in San Francisco tritt nun in seine entscheidende Phase ein. Der Lichtblick für Bayer besteht darin, dass der Richter das Urteil der Geschworenenjury überprüfen wird. Und das könnte bedeuten, dass das Urteil deutlich reduziert wird. Wenn Bayer Glück hat, wird der Schadensersatz in Höhe von über 80 Millionen Dollar auf einen Bruchteil des ursprünglichen Betrages reduziert. Die Aktie hat damit kurzfristig Erholungspotenzial.

Herabsetzung von 80 auf zehn Millionen Dollar?

Die Summe von 80,3 Millionen Dollar setzt sich zusammen aus 5,3 Millionen Dollar an Schadensersatz und 75 Millionen Dollar an sogenannten „Punitive Damages“ (= Strafschadensersatz), die auch an den Kläger gehen. Diese Strafzahlungen werden von US-Gerichten verhängt, wenn sie Unternehmen vorsätzliches oder bösartiges Verhalten vorwerfen.

Zwar ist es unwahrscheinlich, dass der Richter die Entscheidung der Jury aus der ersten Instanz aufheben wird. Meist wird in dieser Phase aber die Strafschadenszahlung gesenkt. In vielen Fällen beträgt das Verhältnis zwischen Schadensersatz und Strafzahlung dann eins zu eins. Das hieße, Bayer müsste dann nur etwa zehn Millionen Dollar zahlen.

Glyphosat-Risiko: Die Schätzung von JP Morgan

Ein weiterer Glyphosat-Prozess läuft gerade in Kalifornien an. In den darauffolgenden Monaten starten zwei weitere Prozesse in St. Louis im US-Bundesstaat Missouri. Die Analysten von JP Morgan gehen davon aus, dass die Zahl der Glyphosat-Kläger auf mindestens 15.000 steigen wird. Dafür setzen sie aber nur einen durchschnittlichen Strafbetrag von 500.000 Euro pro Fall an. Das wären insgesamt 7,5 Milliarden Euro. In einem derartigen Szenario könnte die Bayer-Aktie einen beträchtlichen Teil ihrer zuvor erlittenen Kursverluste wieder wettmachen.

Vorsichtige Anleger meiden die Bayer-Aktie

Wie hoch der finanzielle Schaden aufgrund der Glyphosat-Prozesse für Bayer schlussendlich ausfallen wird, bleibt nach wie vor völlig unklar. Die Gesamtsumme könnte am Ende bei fünf (oder weniger), aber auch bei 15 oder 30 Milliarden Euro landen. Zudem kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass der glyphosatbasierte Unkrautvernichter Roundup in Zukunft zwangsweise vom Markt genommen wird. Vorsichtige Anleger sehen daher trotz des vorhandenen technischen Erholungspotenzials von einem Kauf der Bayer-Aktie ab.

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