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15.09.2014 Markus Bußler

Barrick Gold, Goldcorp und AngloGold Ashanti: Die Verzweiflung wächst

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Goldcorp

Der Goldpreis steht weiter deutlich unter Druck. Die kleine Aufwärtsbewegung heute im asiatischen Handel dürfte vor allem auf die enttäuschenden Daten aus China zurückzuführen sein. Doch ein Test der 1.180-Dollar-Marke scheint sicher. Geht es nach den Charttechnikern, dann dürfte der Goldpreis sogar ein neues zyklisches Tief machen. Auch die Minenaktien geben nach.

Dies könnte sogar dazu führen, dass die Akquisitionstätigkeit, die zuletzt im Goldsektor ein neues Mehrjahreshoch erreicht hat, wieder zurückgeht. Zumindest hat Goldcorp, die Nummer drei der Branche, offensichtlich kein Interesse an einer schnell Übernahme. Das stellte CEO Chuck Jeannes in einem Interview klar. Offensichtlich rechnet Jeannes mit einem weiteren Verfall beim Goldpreis. In einem früheren Interview sagte er, ein Goldpreisrutsch bis auf 900 Dollar wäre eine Möglichkeit, kein Desaster. Die Frage ist nur: Wieso hat sich Goldcorp dann nicht bei Kursen von 1.300 Dollar gehedgt?

Zentralbank mischt mit


Neuigkeiten gab es am Freitag auch von AngloGold Ashanti. Das Unternehmen will seine internationalen Aktivitäten von den südafrikanischen Minen abspalten – und so ganz nebenbei 2,1 Milliarden Dollar auf dem Kapitalmarkt einsammeln. Nach der Ankündigung fiel das Papier rund 13 Prozent – so viel wie seit sechs Jahren nicht mehr. Jetzt wurde bekannt, dass AngloGold eigentlich nur eine Milliarde Dollar aufnehmen wollte. Doch offensichtlich hat sich die südafrikanische Zentralbank eingemischt und die Summe wurde auf 2,1 Milliarden Dollar aufgestockt, um Bedenken der Zentralbank zu zerstreuen. Hedge-Fonds-Manager John Paulson, der 6,6 Prozent an AngloGold hält, hat bereits Widerstand angekündigt.

Barrick: Free-Cash-Flow dürfte sinken


Auch beim weltgrößten Goldproduzenten Barrick Gold dürfte die Stimmung nach dem jüngsten Goldpreisrutsch nicht allzu gut sein. Das Unternehmen leidet unter dem schwachen Goldpreis. Goldman Sachs hatte die Aktie zwar auf die Conviction-Buy-List gesetzt. Doch der errechnete Free Cash-Flow dürfte sich angesichts der schrumpfenden Marge nicht realisieren lassen. Auch hier muss sich das Management fragen lassen, wieso man sich geweigert hat, einen Teil der Produktion durch Vorwärtsverkäufe zu hedgen.


Insgesamt ist die Stimmung für Minengesellschaften derzeit extrem schlecht. Die Aktien stehen unter Druck. Angesichts der Tatsache, dass nahezu alle Marktteilnehmer mit weiter fallenden Kursen beim Goldpreis rechnen, dürfte eine schnelle Erholung unwahrscheinlich sein. Anleger, deren Positionen ausgestoppt wurden, bleiben vorerst am Seitenrand und warten eine Trendwende ab.

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