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Aufbruch ins Aktienzeitalter?

Aufbruch ins Aktienzeitalter?
Bernd Förtsch 15.01.2026, 08:13 Bernd Förtsch

Die letzten Zahlen des DAI lassen hoffen, dass die traditionelle Feindseligkeit der Deutschen gegenüber der Aktie ihrem Ende entgegengehen könnte. Ein paar Gedanken zu einigen Mut machenden Statistiken.

Wir Deutschen sind in Sachen Geldanlage ein Entwicklungsland. Das Bild, das gern bemüht wird, ist das vom Volk der Sparbuchbesitzer. Umso optimistischer stimmen mich die Zahlen, die das Deutsche Aktieninstitut jüngst für das Jahr 2025 veröffentlicht hat.

Ein Blick darauf zeigt: Stand letztes Jahr hielten in Deutschland 14,1 Millionen Menschen entweder Positionen in Aktienfonds, ETFs oder Aktien. Das sind zwei Millionen mehr als 2024 und bedeutet, dass mittlerweile immerhin jeder fünfte Mensch über 14 Jahren direkt oder indirekt am Aktienmarkt investiert. 

Wie viele Deutsche investieren worin?
Wie viele Deutsche investieren worin?

Auch sehr spannend aus meiner Sicht: Das stärkste Wachstum gab es bei den Jüngeren: 4,9 Millionen Frauen und Männer unter 40 besaßen Aktienfonds, ETFs oder Aktien. Das sind 1,2 Millionen mehr als im Vorjahr – ein Plus von über 30 Prozent. Von den 14,1 Millionen hielten 9,2 Millionen nur Fonds oder ETFs, zwei Millionen handelten nur Einzelaktien und 2,9 Millionen hatten beide Arten von Investments im Depot. Rund 5,3 Millionen Menschen investieren per Sparplan – von ETFs über Fonds bis hin zu Aktien. Ein richtig guter Wert!

Das DAI ist dementsprechend optimistisch und kommentiert mit breiter Brust:

„Wer langfristig, breit gestreut und kontinuierlich in Aktienanlagen investiert, kann durchschnittlich sechs bis neun Prozent Ertrag pro Jahr erzielen. Die inhaltliche Diversifikation schützt vor Kursschwankungen einzelner Aktien oder Branchen, während die zeitliche Streuung durch regelmäßige Investitionen die üblichen Schwankungen des Marktes glättet. Die Einhaltung dieser Grundregeln macht Aktien zu einem besonders gut geeigneten Instrument für die Altersvorsorge.

Zugleich ermöglicht ein starker Aktienmarkt Unternehmen das Finanzieren von Wachstum und Arbeitsplätzen. Das erkannte der Deutsche Bundestag mit der Verabschiedung des Standortfördergesetzes im Dezember 2025 an. Auch die Europäische Kommission sieht Aktienanlagen als Schlüssel zu Wohlstand und Souveränität. Sie forderte im September 2025 alle EU-Mitgliedsstaaten dazu auf, steuerlich geförderte Anlagesparkonten einzuführen, um so das Aktiensparen zu erleichtern. Der gesellschaftliche Rückenwind für die Aktie ist so stark wie nie.“

 An alle, die zu den zwei Millionen gehören, die sich im letzten Jahr erstmals an die Börse gewagt haben: „Herzlich willkommen im Kreis der finanziell Erwachsenen!“

Jetzt muss sich nur noch eine Zahl verringern: Von den zuletzt geschätzten neun Billionen Euro Geldvermögen der Deutschen schlummerte rund die Hälfte auf Sparbüchern, in Sparkonten oder im Tagesgeld. Rechnet man die Inflation mit ein, sind solche „Geldanlagen“ eine sichere Geldvernichtung. Zur Dimension: Wir sprechen von 4.500 Milliarden Euro! Wenn auch deren Eigentümer den Weg an die Kapitalmärkte finden, ist ein weiterer großer Schritt getan.

Für den Moment bleibt zu hoffen, dass unsere Regierung samt der diversen Lobbygruppen das zarte Pflänzchen Aktienkultur nicht sofort wieder unter die Räder kommen lässt. Der starke Zuwachs bei der jüngeren Generation zeigt, dass die Altersgruppe, die beim Thema Rente sicher leer ausgehen wird, die Zeichen der Zeit verstanden hat. Nun wären einmal die Politiker dran.

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