15.09.2014 Werner Sperber

Apple: Jetzt zählt es; Börsenwelt Presseschau III

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Die Experten der Euro am Sonntag erklären, der am Handgelenk zu tragende Mini-Computer mit Uhr-Funktion von Apple, die iWatch, heißt Apple Watch und sie ist eckig. Vor allem aber ist sie nach Ansicht der Analysten gut zu verkaufen, obwohl sie erst zu Beginn des nächsten Jahres ab einem Preis von 349 Dollar auf den Markt kommen soll und dadurch schlecht als Weihnachtsgeschenk taugt. Die Analysten von JP Morgan schätzen, jährlich würden 30 bis 60 Millionen dieser Apple Watches abgesetzt werden. Das halten wiederum die Analysten von Berenberg für viel zu hoch gegriffen, verkaufen sich bislang doch nur drei Millionen solcher Geräte der verschiedenen Hersteller weltweit. Für das Weihnachtsgeschäft sind dagegen die neuen Smartphones, das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus, mit größeren Bildschirmen als die Vorgängermodelle. Allerdings sind sie mit Preisen zwischen 800 und 1.000 Euro in Deutschland sehr teuer.
Der größere, in seiner Dimension allerdings noch nicht abzusehende Vorteil dieser neuen iPhone-Generation ist die Verwendungsmöglichkeit für den soeben erst eingeführten Bezahl-Dienst Apple Pay. Kunden müssen dafür das iPhone in etwa zehn bis zwanzig Zentimeter Entfernung des entsprechenden Empfangs-Sensors an der Ladenkasse führen. Die Marktforscher der Gartner Gruppe schätzen, das Volumen dieses bargeldlosen Bezahlens an den Kassen mit Mobiltelefonen dürfte sich in diesem Jahr auf mehr als acht Milliarden Dollar verdoppeln. Das ist im Vergleich zum Transaktions-Volumen mit Kreditkarten zwar sehr wenig, doch viele Analysten trauen es am ehesten Apple zu, ein nutzerfreundliches, einfaches und zugleich sicheres Bezahl-System aufzubauen – obwohl aktuell der Skandal um gestohlene Daten aus Apples iCloud schockt (Netzwerksystem von Apple, in dem die Nutzer von internetfähigen Apple-Geräten Daten speichern). Der Ertrag von Apple Pay, das mit Partner wie Mastercard, American Express oder McDonald’s zunächst in den USA gestartet wird, könnte enorm werden. Apple bindet die Kunden schließlich damit enger an die eigenen weiteren Angebote und Apple erhält Zugang zu den sehr wertvollen persönlichen (Bank)-Daten der Kunden. Die Barreserven von mehr als 160 Dollar relativieren die Bewertung der Aktie mit einem KGV von 14 für das nächste Geschäftsjahr. Das Kursziel beträgt 110 Euro und der Stop-Loss sollte bei 59,50 Euro gesetzt werden.