17.04.2020 Thobias Quaß

AMD: Warum die Analysteneinschätzungen egal sind

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AMD

AMD kommt solide durch die Coronakrise und die Aktie hat im ersten Quartal den technologielastigen NASDAQ klar geschlagen. Allerdings korrigierten die Analysten im März ihre Erwartungen an Umsatz und Gewinn etwas nach unten. Das kann allerdings vorerst egal sein, denn der Kurs steigt seit Tagen weiter. Der Halbleiterspezialist hat nämlich mehrere Asse im Ärmel.

Über die ganze Krise hinweg hat AMD mit neuen prestigeträchtigen Aufträgen und intakten Lieferketten gepunktet. Dadurch lief das Geschäft und das wird es auch weiter. Wegen Deals im Cloud-Segment mit Microsoft, der Partnerschaft in der nächsten Konsolengeneration mit Semi-Custom-Chips und dem steigenden Einsatz der AMD-Prozessoren bei Laptops ist das zukünftige Wachstum gesichert.

Dabei soll der Prozessor- und Grafikchip-Bereich bei AMD mit 58 Prozent auf 1,31 Milliarden Dollar Umsatz in Q1/2020 am stärksten wachsen. Das Segment mit den Data Centern und Videospielkonsolen soll auf knapp 459 Millionen Dollar (Plus vier Prozent) zulegen. AMD stellt die finalen Zahlen für das Q1/2020 am 28. April vor.

AMD (WKN: 863186)

Was machen die Peers

Während AMD den Markt in den letzten Monaten mit neuen Chips beliefern konnte, hatte Intel im März Lieferprobleme. Dazu stoppte der Chipprimus seine 2019 angefangenen Aktienrückkäufe, um Liquidität für die Krisenfolgen zu binden. AMDs Hauptkonkurrent bei Grafikchips (GPUs) profitiert von den Lockdowns, hat aber zunehmend mit Problemen bei seiner eigenen Cloud-Gaming-Plattform und sinkenden Marktanteilen zu kämpfen. 

Anfang 2020 hat AMD dem Hauptkonkurrenten über zwei Prozent Marktanteil bei GPUs abgerungen und kommt nun auf 19 Prozent. Dieser Trend setzt sich durch die neuen Aufträge fort.

Mit einem Liquiditätspolster von 1,5 Milliarden Dollar ist AMD stark in das von der Pandemie gezeichnete Quartal gestartet und kann die Produktion aufrechterhalten. Charttechnisch sieht es sehr gut aus: Die Aktie steht kurz vor einem Kaufsignal. Bereits investierte Anleger lassen die Gewinne laufen. Der Rest steigt jetzt ein.