Investieren wie Peter Lynch - So geht's
08.12.2020 Andreas Deutsch

Amazon: So wird die Konkurrenz noch schwächer

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Amazon.com

Wegen der anhaltend hohen Corona-Infektionszahlen mehren sich die Forderungen, das öffentliche Leben deutlich stärker als bisher einzuschränken. Auch Ladenschließungen nach Weihnachten sind dabei im Gespräch. Hunderttausende Geschäfte stehen bereits jetzt vor dem Ruin. Für Amazon bedeutete die Maßnahme noch mehr Umsatz.

Steht Deutschland wieder ein harter Lockdown bevor? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schloss am Montag nicht aus, dass bald auch der Einzelhandel schließen muss. „Wir müssen das abhängig machen von den nächsten Tagen, ob es uns gelingt, die Zahlen runterzubringen.“

Die Politik ist besorgt, weil nach fünf Wochen Teil-Lockdown kein Absinken der Zahl der Neuinfektionen in Sicht ist. Vom Ziel, die Zahl auf unter 50 pro 100.000 Einwohnern über sieben Tage zu bringen, ist Deutschland weit entfernt. Aktuell unterschreitet kein Bundesland die Marke.

Die Bild-Zeitung berichtete, es solle nach den Feiertagen bis zum Jahresbeginn harte Maßnahmen geben. Im Gespräch sei, zwischen 27. Dezember und 3. oder 10. Januar nur Supermärkte geöffnet zu lassen.

Amazon.com (WKN: 906866)

Macht die Politik wirklich die Läden wieder zu und folgen andere Länder dem deutschen Beispiel, würde sich die Situation für etliche Geschäfte noch weiter zuspitzen. Der Konsumexperte Gerrit Heinemann, Leiter des eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein, zum AKTIONÄR: „Ich rechne 2021 mit dem Aus für knapp die Hälfte der Unternehmen, also bis zu 200.000, wenn kein Impfstoff massenhaft zur Verfügung steht“. Größter Nutznießer der Pleitewelle wäre Marktführer Amazon. Die Konsolidierung der Aktie, die angesichts von 70 Prozent seit Jahresanfang normal ist, ist eine prima Kaufchance.  

(Mit Material von dpa-AFX) 


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