Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
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01.10.2018 Jonas Lerch

Amazon macht Zahlungsverkehr – die Banken zittern

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DAX

Der Versand-Gigant drängt in die Finanzbranche. Amazon Prime Abonnenten erhalten ab sofort eine kostenlose Kreditkarte – inklusive Dauerrabatt. Die Analysehäuser sehen ein Riesen-Potenzial im neuen Geschäftsfeld. Ein Experte gibt sich besonders optimistisch.

Durch die Kreditkarte erhalten Mitglieder des Bezahldienstes Amazon Prime neben Musik- und Videostreaming sowie kostenloser Lieferung zusätzlich drei Prozent Rabatt bei jedem Kauf. Einzige Voraussetzung: Die Zahlung muss über die neue Kreditkarte erfolgen.

Banken aufgepasst

Die Aktion zeigt: Amazon möchte Kunden binden – und das um jeden Preis. Die Kreditkarte selbst ist kostenlos. Mit einer Gutschrift sollen Kunden zusätzlich geködert werden. Neben der stärkeren Kundenbindung ergibt sich durch den neuesten Clou ein weiterer Vorteil. Amazon wird zum Kreditgeber und verdient an den Zinsen. Die Bankenbranche befürchtete seit längerem, dass der Versand-Riese die Finanzdienstleistungen ausbauen wird. Nun ist es soweit. Mit weltweit mehr als 100 Millionen Prime-Kunden dürfte der Versandhändler schnell zum ernstzunehmenden Konkurrenten werden.

30 Prozent Potenzial

Das neue Geschäftsfeld stimmt viele Analysten noch optimistischer. Scott Devitt, Experte bei Stifel, stufte die Amazon-Aktie letzte Woche auf 2525 Dollar hoch. Dadurch ergibt sich ein Plus von 30 Prozent auf den aktuellen Kurs. „Wir begrüßen die Bereiche, in denen Amazon Investitionen tätigt, weil wir daran glauben, dass dies das Unternehmen für weitere Marktanteilsgewinne besser positioniert“, lautet seine Einschätzung.

Insgesamt erwarten 51 Analysten einen durchschnittlichen Zielkurs von 2143,25 Dollar in den nächsten 12 Monaten. Das entspricht einem Ertragspotenzial von sechs Prozent im Vergleich zum aktuellen Kurs.

Die Amazon-Aktie startete nach einer Mini-Konsolidierung auf hohem Niveau im September in die nächste Rallye und ist auf dem Weg zum nächsten Rekordhoch. Anleger lassen die Gewinne laufen. Der Stopp liegt bei 1620,00 Dollar.

Buchtipp: Post Corona: Von der Krise zur Chance

Der Ausbruch von Covid-19 hat Schlafzimmer in Büros verwandelt, Jung gegen Alt ausgespielt und die Kluft zwischen Arm und Reich, Maskenträgern und Maskenhassern vergrößert. Einige Unternehmen, wie Amazon und der Hersteller von Videokonferenzsoftware Zoom, fanden sich unter einer Lawine der Verbrauchernachfrage erdrückt. Andere, wie die Restaurant-, Reise-, Hotel- und Live-Entertainment-Branche, kämpften darum, nicht unter die Räder zu kommen. Die Pandemie war ein Beschleuniger von Trends, die bereits in vollem Gange waren. In „Post Corona“ skizziert Galloway die Konturen der Krise und die Chancen, die vor uns liegen. Galloway kombiniert seinen unverkennbaren Humor und frechen Stil mit messerscharfen Einblicken und bietet Warnung und Hoffnung gleichermaßen.
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