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02.07.2019 Martin Weiß

Alibaba vs. Amazon: Showdown am Zuckerhut

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Alibaba

Der enorme Expansionshunger der beiden E-Commrce-Schlachtschiffe Amazon und Alibaba bringt die Konzerne jetzt in Brasilien auf Kollionskurs. Doch wer macht das Rennen?

Brasilien ist die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und das fünftgrößte Land nach Fläche und Bevölkerung der Welt. Mit 140 Millionen Nutzern ist das Land am Zuckerhut zudem der viertgrößte Internetmarkt weltweit. Laut Euromonitor International macht Brasilien etwa 42 Prozent des gesamten B2C-E-Commerce in Lateinamerika aus.

Brasiliens E-Commerce-Volumen ist in den letzten Jahren stark gewachsen und dürfte 2018 rund 60 Milliarden Real (circa 15 Mrd. Dollar) erreicht haben.
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Kurzum: Brasilien ist für Unternehmen wie Amazon und Alibaba, die ständig auf der Suche nach neuen Umsatzquellen sind, extrem attraktiv.

Alibaba ist seit 2015 mit AliExpress in Brasilien aktiv, seit 2019 bieten die Chinesen dort auch Cloud-Dienste an. Noch früher dran war allerdings Amazon. Der US-Riese verkaufte ab 2012 Bücher über das Internet und baute das Angebot seit 2017 sukkzessive aus.

Amazon (WKN: 906866)

Alibaba und Amazon eint in der Region ein besonderes Problem: die Zustellung der Waren. Brasiliens Steuersystem ist komplex, jeder Bundesstaat hat sein eigenes. Hinzu kommt, dass in vielen entlegenen Regionen weder ein funktionierendes Straßen- noch ein Schienennetz existiert.

Was tun? Wie verschiedene brasilianische Medien berichten, will Staatspräsident Jair Bolsonaro die staatliche Post Correiros privatisieren – ein gefundenes Fressen für Alibaba und Amazon. Mit dem Logistiker im Rücken könnten sie ihre Dienste ausbauen und hätten gegenüber anderen Anbietern einen enormen Wettbewerbsvorteil.

Da zur Post auch eine Postbank gehört, könnte der Erwerb des Staatsbetriebs gemeinsam mit einem Finanzkonzern gestemmt werden. Anschließend würden die E-Commerce-Riesen auf dessen Logistiknetz zugreifen und der Partner auf die Finanzsparte.



Alibaba (WKN: A117ME)

Der Verkauf von Correiros ist unter Präsident Bolsonaro wahrscheinlich, allerdings gibt es noch keinen Zeitplan für die Privatisierung. Amazon, Alibaba und Unternehnmen aus der Finanzszene dürften entsprechende Szenarien dennoch durchspielen. Welcher Konzern am Ende das Rennen macht, hängt vermutlich vom gebotenen Gesamtpaket ab und hier sieht DER AKTIONÄR keinen klaren Favoriten. Beide Unternehmen haben tiefe Taschen und einen unbändigen Willen neue Märkte zu erschließen. Klar ist nur: Es bleibt spannend bis zum Schluss.

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