19.05.2020 Andreas Deutsch

AKTIONÄR-Tipp Kellogg: Gemüse ist das neue Fleisch

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Kellogg

Nach Coronafällen in mehreren Schlachtbetrieben ist eine Diskussion um die Fleischpreise entbrannt. Grünen-Chef Robert Habeck hat sich für einen Mindestpreis für Tierprodukte ausgesprochen. Ob es wirklich so kommt, ist noch völlig unklar. Trotzdem könnte bei den Verbrauchern ein Umdenken einsetzen.

Corona ändert viel – auch unsere Essgewohnheiten? Angesichts problematischer Arbeitsbedingungen in Schlachthöfen fordert Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein einen Stopp von Billigpreis-Werbung für Fleisch. „Wir müssen das Übel an der Wurzel packen“, so Nüßlein zur dpa.

Nicht zuletzt der Preisdruck beim Fleisch sei für prekäre Beschäftigungsverhältnisse mit daraus resultierenden Gesundheits- und Hygienerisiken verantwortlich. „Deshalb muss der unanständige Dumpingwettbewerb durch Preiswerbung für Fleisch beendet werden."

Unterdessen fordern die Grünen eine grundlegende Reform der Fleischproduktion in Deutschland. Unter anderem soll der Gesetzgeber bessere Haltungsbedingungen für Tiere durchsetzen.

Ein Umdenken bei den Verbrauchern könnte es aber schon geben, bevor der Staat aktiv wird. In den USA hat in der Coronakrise ein regelrechter Run auf Veganfleisch eingesetzt, nachdem die Preise für richtiges Fleisch aufgrund von Angebotsknappheit durch die Decke gegangen sind.

Womöglich stößt den Kunden aber nicht nur der Preis sauer auf, sondern zunehmend auch die Haltungs- und Arbeitsbedingungen im Fleischgewerbe.

Ein Profiteur dieses Trends wäre Morningstar Farms. Die Tochter von Kellogg ist Marktführer für Fleischersatz und punktet bei den Kunden schon viel länger als Beyond Meat mit einer ganzen Palette an Ersatzprodukten.

Nimmt man das KUV von 8 von Beyond Meat als Maßstab, ergibt sich eine Bewertung für Morningstar Farms von acht Milliarden. Das bedeutet, der restliche Kellogg-Konzern (Corn Flakes, Pringles, Cheez-it) wäre nur 13,8 Milliarden Dollar wert, was lediglich dem einfachen Jahresumsatz entspräche.

Zum Vergleich: Unilever kommt aktuell auf ein KUV von 2,4, Nestlé sogar auf 3,6.

Beyond Meat ist nach der Rallye alles andere als ein Schnäppchen. Im Kurs des Shootingstars steckt jede Menge Fantasie drin. Kellogg indes wird nur mit dem 17-fachen 2020er-Gewinns bewertet. Die Aktie bleibt ein Kauf.  

(Mit Material von dpa-AFX)