05.11.2019 Andreas Deutsch

Adidas: Brutal-Crash bei Konkurrent

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Der Adidas-Rivale Under Armour ist wegen des Verdachts auf Verstöße gegen Buchhaltungsregeln ins Visier von US-Ermittlern geraten. Bedenken wegen der Untersuchungen der Börsenaufsicht SEC und des Justizministeriums ließen die Aktie am Montag um 19 Prozent abstürzen. Wann kann Under Armour das Vertrauen zurückgewinnen?

Bei der Prüfung gehe es darum, ob der US-Sportartikelhersteller sein Umsatzvolumen durch Umdatierungen von Erlösen zwischen einzelnen Quartalen künstlich aufgebläht hat, berichtete das Wall Street Journal unter Berufung auf eingeweihte Kreise.

Das Justizministerium prüfe demnach sogar strafrechtliche Vergehen.

Under Armour bestätigte Ermittlungen und sicherte zu, mit den Behörden zu kooperieren: „Wir haben im Juli 2017 begonnen, auf Anfragen nach Dokumenten und Informationen zu reagieren, die sich hauptsächlich auf seine Rechnungslegungspraktiken und die damit verbundenen Offenlegungen beziehen."

Under Armour sei aber der festen Überzeugung, dass seine Praktiken und Angaben angemessen waren.

Die Zahlen für das dritte Quartal gerieten am Montag indes völlig in den Hintergrund. Im Berichtszeitraum ging der Umsatz im Jahresvergleich zwar leicht auf 1,4 Milliarden Dollar zurück. Dennoch gelang es Under Armour, den Gewinn um 36 Prozent auf unterm Strich 102 Millionen Dollar zu steigern und die Erwartungen damit deutlich zu übertreffen.

Under Armour (WKN: A0HL4V)

Under Armour muss nun schnell für Klarheit sorgen, sonst wird der Fall den Aktienkurs auf unbestimmte Zeit belasten. DER AKTIONÄR rät dazu, Under Armour zu verkaufen. Aussichtsreicher in der Sportartikelbranche sind unserer Einschätzung nach derzeit Adidas (bringt am Mittwoch Zahlen) und – wer es spekulativer mag – Puma. 

(Mit Material von dpa-AFX)