FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Berichtssaison der Automobilkonzerne hat am Dienstag sowohl positive als auch negative Überraschungen geliefert. Während der Sportwagen- und SUV-Bauer Porsche AG
Insgesamt zogen Anleger ein negatives Fazit: Der europäische Branchenindex der Automobilwerte
Dabei sackten die Anteilscheine von Mercedes-Benz als Schlusslicht in dem Sektorindex um 3,5 Prozent ab. Dies bedeutete auch den letzten Platz im moderat steigenden Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50
Aus charttechnischer Sicht hat sich das Bild für Mercedes-Benz durch den Kursrutsch am Dienstag noch weiter eingetrübt. Die Papiere fielen unter die 21-Tage-Durchschnittslinie, die den kurzfristigen Trend beschreibt.
Auch auf mittlere und vor allem auf lange Sicht hat der Kurschart von Mercedes-Benz an Dynamik verloren. So bewegen sich die Aktien bereits seit Mitte April unter der viel beachteten 200-Tage-Linie.
Bei den Stuttgartern haben sich auch beim freien Finanzmittelzufluss die Aussichten eingetrübt. Dieser ist den Anlegern bei Mercedes-Benz besonders wichtig, weil das Unternehmen übrigbleibende Mittel nach der regulären Dividendenzahlung regelmäßig in Aktienrückkäufe stecken will. Dieser sogenannte Free Cashflow aus dem Industriegeschäft - also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet - wird nun wohl "deutlich" unter dem Vorjahreswert bleiben anstatt nur "leicht" darunter.
Der Konzern veröffentlichte ebenfalls vorläufige Zahlen zum dritten Quartal. So flossen aus dem Fahrzeuggeschäft weniger freie Finanzmittel zu als von Analysten im Schnitt erwartet.
Analyst Jose Asumendi von der US-Großbank JPMorgan schrieb von einem relativ schwachen dritten Jahresviertel und einem wohl auch schwächeren Schlussquartal. Das nur noch auf Vorjahresniveau erwartete operative Ergebnis dürfte die Markterwartung um zehn Prozent sinken lassen.
Porsche hatte im dritten Quartal angesichts gesunkener Verkäufe etwas weniger Umsatz erzielt als erwartet. Dabei half allerdings, dass das Unternehmen den Anteil teurerer Autos steigerte, was den deutlichen Rückgang der Auslieferungen abfederte. Der Umsatz ging zwar zurück, bei den Ergebniskennzahlen gab es jedoch wieder schwarze Zahlen - nachdem Porsche ein Jahr zuvor wegen Sonderkosten Verluste geschrieben hatte.
An der Börse begrüßten Anleger vor allem den unerwartet starken Zufluss freier Mittel. Die im MDax
"Keine negativen Nachrichten sind gute Nachrichten", überschrieb Philippe Houchois vom Analysehaus Jefferies seinen Kommentar zum Quartalsbericht des Sportwagenbauers. Die bereinigte Konzernmarge liege über seiner Schätzung. Der Barmittelzufluss sei zudem vom Wegfall von Zahlungen an Audi begünstigt worden. Für die Markterwartungen sieht der Experte nur geringe Risiken.
Auch das Chartbild sieht bei Porsche besser aus als bei Mercedes-Benz. So sprangen die Anteilscheine über die 21-Tage-Linie. Dies signalisiert auf kurze Sicht den Wechsel von einem Abwärts- zu einem Aufwärtstrend und löst ein klassisches Kaufsignal aus. Zwischenzeitlich hatten die Papiere sogar an der 200-Tage-Linie gekratzt./la/men/stk
Quelle: dpa-AFX
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