Das Übernahme-Karussell im Biotech-Sektor bleibt mächtig in Bewegung. Veloxis Pharmaceuticals, eine US-amerikanische Tochtergesellschaft des japanischen Technologie-Konzerns Asahi Kasei, will die deutsche Biotechnologie-Gesellschaft AiCuris schlucken und legt dafür satte 920 Millionen Dollar auf den Tisch.
Durch die Akquisition will Asahi Kasei das Therapieportfolio zur Behandlung schwerer viraler Infektionen ausbauen. AiCuris konnte vor Kurzem mit positiven Phase-3-Studiendaten zum Hoffnungsträger Pritelivir aufwarten. Das Unternehmen mit Sitz in Wuppertal untersuchte den Wirkstoff bei immunsupprimierten, refraktären HSV-Infektionen (Herpes-simplex-Infektion). AiCuris erhielt für das Programm bereits den Status "Therapiedurchbruch" von der US-Zulassungsbehörde FDA.
Für die 920 Millionen Dollar in bar übernehmen die Japaner aber die gesamte Produkt- respektive Entwicklungspipeline von AiCuris. Hinter dem Flaggschiffprojekt Pritelivir verfügt die Firma mit AIC468 einen weiteren hochinteressanten Kandidaten in der klinischen Entwicklung. AiCuris rechnet sich hier ein Potenzial im Bereich der Transplantationsmedizin (Nieren und Knochenmark) aus.
Zusammen mit Merck & Co konnte bereits der Wirkstoff Letermovir unter dem Handelsnamen Prevymis auf den Markt gebracht werden. Das Mittel kommt zur Vorbeugung einer Zytomegalievirus-Infektion nach einer allogenen Stammzelltransplantation zum Einsatz. Asahi Kasei sichert sich also auch ein Produkt, welches bereits zugelassen ist.
Asahi Kasei sichert sich ein spannendes deutsches Biotech-Unternehmen, welches allerdings nicht börsennotiert ist. Alles in allem zeigt der Deal aber, dass die Übernahmeaktivitäten im Sektor auf einem hohen Niveau bleiben. DER AKTIONÄR rechnet mit weiteren M&A-Deals in den kommenden Monaten. Denn große Pharma-Unternehmen sind aufgrund drohender Patentklippen dringender denn je auch frische Pipeline-Power angewiesen.
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