Novo Nordisk drückt weiter aufs Gaspedal. Das Unternehmen hat die nächste Ausbaustufe seines Abnehm-Blockbusters an den Start gebracht: Seit Dienstag ist in den USA die neue Hochdosis-Variante Wegovy HD mit 7,2 mg erhältlich. Damit steht Patienten nun die bislang stärkste Version des gefragten GLP-1-Medikaments zur Verfügung.
Preislich setzt der dänische Pharmariese auf eine breite Zugänglichkeit: Selbstzahler zahlen für Wegovy HD 399 Dollar pro Monat, mit kommerzieller Versicherung sind es laut Unternehmen teils nur 25 Dollar. Zum Vergleich: Die niedrigste Dosierung mit 0,25 mg liegt für Selbstzahler bei 199 Dollar monatlich.
Die Markteinführung folgt auf die FDA-Zulassung einer erweiterten Anwendung im vergangenen Monat. Grundlage waren Daten aus einer späten Studienphase: Über einen Zeitraum von 72 Wochen erreichten Patienten mit der 2,4-mg-Dosis im Schnitt eine Gewichtsreduktion von 20,7 Prozent.
Vertrieben wird Wegovy HD über die etablierten Kanäle: US-Apotheken, ausgewählte Telehealth-Anbieter sowie weitere Zugänge.
In der vergangenen Woche legte Novo Nordisk bereits auf der Fachkonferenz der Obesity Medicine Association neue Daten der eigenen Abnehmpille im Vergleich mit Eli Lillys Wirkstoff Orforglipron, der in Eli Lilly neu zugelassener Abnehmpille Foundayo enthalten ist, vor. Das Ergebnis: Die 25-mg-Semaglutid-Tablette sorgt für einen signifikant stärkeren Gewichtsverlust – im Schnitt rund drei Prozentpunkte mehr. Auch bei der Verträglichkeit schneidet Wegovy besser ab. Unter Orforglipron kam es laut Analyse deutlich häufiger zu Therapieabbrüchen – insgesamt etwa viermal so oft, bei Magen-Darm-Nebenwirkungen sogar rund 14-mal häufiger. Allerdings basiert der Vergleich nicht auf direkten Studien, sondern auf Daten aus getrennten Phase-3-Programmen, was die Aussagekraft einschränkt.
Die Aktie von Novo Nordisk hängt aber weiter deutlich hinter der von Eli Lilly hinterher. Im laufenden Jahr hat das Papier von Novo auf US-Dollar-Basis knapp 28 Prozent nachgegeben, Eli Lilly nur zwölf Prozent. Das Papier der Dänen arbeitet aber derzeit an einer Bodenbildung. Wichtig für eine Trendwende wäre allerdings zunächst der Sprung über die 50-Tage-Linie, die derzeit bei 277 Dänische Kronen verläuft. Bewertungstechnisch ist Novo Nordisk weiter klar günstiger als der US-Konkurrent. Das 2026er-KGV liegt bei Novo bei 11, bei Eli Lilly bei 27. DER AKTIONÄR Novo Nordisk durchaus eine Aufholjagd zu, kurzfristig fehlen aber die klaren Impulse. Anleger warten deswegen vorerst weiter ab.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Heute, 08:35