Es wird langsam zur Gewohnheit: Die einst so stolze Novo Nordisk wird zu einer hartnäckigen Problem-Aktie. Rund 14 Prozent Minus heute. Weil Novo Nordisk die Anleger eiskalt erwischt. Für 2026 stellt der Konzern plötzlich ein Umsatzminus in Aussicht. Ozempic und Wegovy verkaufen sich weiter stark, doch in den USA kippt die Rechnung.
Ein Satz im Ausblick reicht – und der Markt tritt auf die Bremse. Novo Nordisk rechnet für 2026 bei konstanten Wechselkursen mit einem Umsatzrückgang von 5 bis 13 Prozent. Analysten hatten nur ein leichtes Minus auf dem Zettel. Für die Aktie geht es zunächst abwärts bis unter 43 Euro.
Die Ironie: Die frischen Zahlen sind nicht das Thema. Im vierten Quartal liegt der Umsatz mit 79,14 Milliarden dänischen Kronen über den Erwartungen, Wegovy bringt 21,86 Milliarden. Auch 2025 trifft Novo beim Gesamtumsatz den Konsens leicht.
Aber in den USA wird es eng. Eli Lilly setzt mit Zepbound den Takt, Novo verliert Tempo. Gleichzeitig drückt Washington auf die Preise. Im Raum steht eine „Most Favoured Nations“-Logik, also eine Annäherung der US-Preise an europäische Niveaus. Für Novo heißt das: weniger Erlös pro Patient, selbst wenn die Stückzahlen steigen.
Zudem läuft in mehreren Ländern der Schutz für Semaglutid aus. Damit rücken Kopien näher. Novo kontert mit Tempo. Chef Mike Doustdar verweist auf den Start der Wegovy-Pille. Und der Finanzchef vermeldet seit dem Launch mehr als 170.000 Patienten, mehr als 80 Prozent davon GLP-1-Neulinge. Zudem legt Novo ein neues Aktienrückkaufprogramm über bis zu 15 Milliarden dänische Kronen auf und stellt für 2025 eine Gesamtdividende von 11,70 Kronen je Aktie in Aussicht. Nützt aber nichts.
DER AKTIONÄR hatte die Aktie fast am Korrekturtief erneut empfohlen. Insofern liegen Anleger bei einem Kurs um die 43 Euro auch nach dem heutigen Einbruch noch im Plus. Allerdings muss man sich langsam fragen, wie lange Anleger noch bereit sind, sich die ständigen negativen Überraschungen zu geben. Die Aktie fällt mit dem heutigen Rücksetzer jedenfalls wieder tief zurück in die Bodenbildungsphase.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Aktien der Novo Nordisk befinden sich in einem Real-Depot der Börsenmedien AG.
03.02.2026, 21:05