Der US-Pharmariese Merck & Co bereitet offenbar den nächsten großen Coup vor. Laut Insidern befindet sich der Konzern in fortgeschrittenen Gesprächen über den Kauf des Krebsspezialisten Revolution Medicines. Da der Patentschutz für den Blockbuster Keytruda abläuft, steht Merck unter Zugzwang – und ist bereit, für die vielversprechende Pipeline der Kalifornier tief in die Tasche zu greifen.
An der Wall Street zeichnet sich die nächste Milliarden-Transaktion im boomenden Biotechnologie-Sektor ab. Wie die Financial Times berichtet, verhandelt der Pharmagigant Merck über die Übernahme von Revolution Medicines. Das Unternehmen aus Redwood City wird aktuell mit knapp 19 Milliarden Dollar bewertet. Ein Abschluss sei zwar noch nicht in trockenen Tüchern und könnte noch einige Wochen in Anspruch nehmen, doch das Interesse von Merck unterstreicht die enorme Dynamik in der Branche. Da auch andere Schwergewichte der Branche ein Auge auf die Biotech-Schmiede geworfen haben sollen, ist ein Bietergefecht nicht ausgeschlossen.
Der Grund für den potenziellen Mega-Deal ist der drohende „Patent-Abgrund“ bei Merck. Im Jahr 2028 verliert das Krebsmedikament Keytruda – aktuell einer der weltweit umsatzstärksten Blockbuster – seinen Patentschutz. Um das drohende Umsatzloch zu füllen, ist Merck auf Einkaufstour. Erst im vergangenen Jahr investierte der Konzern rund 10 Milliarden Dollar in den Atemschutzspezialisten Verona Pharma und weitere 9,2 Milliarden Dollar in Cidara Therapeutics. Revolution Medicines passt perfekt in dieses Beuteschema.
Das Biotech-Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung gezielter Therapien gegen Genmutationen, die das Tumorwachstum fördern. Besonders im Fokus steht dabei ein Wirkstoff zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs, einer der tödlichsten Krebsarten mit bisher kaum wirksamen Therapieoptionen. Erste Studienergebnisse zeigen vielversprechende Erfolge bei der Hemmung von Tumoren. Auch bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs wird das Medikament bereits getestet. Die Börse hat dieses Potenzial längst erkannt: Der Aktienkurs von Revolution Medicines hat sich im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt.
Merck greift nach den Sternen, um die Zeit nach Keytruda abzusichern. Revolution Medicines wäre mit seiner innovativen Pipeline gegen schwierig zu behandelnde Krebsarten der logische nächste Schritt. Die Merck-Aktie bleibt ein Kauf. Investierte Anleger bei Revolution Medicines bleiben dabei, Neueinsteiger sollten nun Zukäufe zurückstellen.
08.01.2026, 22:03