Nach langer Zeit wird Bayer wieder in Sachen M&A in der Pharma-Pipeline aktiv. Mit der Übernahme von Perfuse Therapeutics wollen sich die Leverkusener im Bereich der Ophthalmologie (Augenheilkunde) verstärken.
Bayer lässt sich die Akquisition bis zu 2,45 Milliarden Dollar kosten. Inkludiert sind eine Vorauszahlung in Höhe von 300 Millionen Dollar sowie zusätzliche Entwicklungs-, Zulassungs- und kommerzielle Meilensteinzahlungen. Der Deal unterliegt noch den üblichen kartellrechtlichen Genehmigungen sowie der Zustimmung der Perfuse-Aktionäre.
$BAYN #Bayer to acquire Perfuse Therapeutics to complement ophthalmology pipeline for up to $2.45B, including $300M upfront. https://t.co/A1vYw1cnq4 pic.twitter.com/fJDv3KWywj
— Michel Doepke (@doepke_michel) May 6, 2026
Die Leitsubstanz von Perfuse (PER-001) hat laut Bayer das Potenzial, eine der "ersten krankheitsmodifizierenden Behandlungen sowohl für Glaukom als auch für diabetische Retinopathie (DR) zu werden". Von den beiden Krankheiten sind demnach weltweit rund 226 Millionen Menschen betroffen.
Die Projekte des kalifornischen Start-ups (Gründung 2018) befinden sich noch in einem relativ frühen Entwicklungsstadium. Im vergangenen Jahr hatten die Amerikaner über positive Phase-2-Ergebnisse berichtet.
Dass Bayer die Entwicklungspipeline im Bereich der Augenheilkunde ausbaut, verwundert nicht. Mit Eylea (Aflibercept) vertreiben die Leverkusener in diesem Segment eines ihrer umsatzstärksten Pharma-Produkte. Allein im vergangenen Jahr generierte der Blockbuster Einnahmen in Höhe von 3,1 Milliarden Euro für Bayer. Beim Kassenschlager zeichnet sich aber der Ablauf von wichtigen Patenten ab, was wiederum den Markt für die Biosimilar-Konkurrenz öffnet.
Die angestrebte Übernahme von Perfuse Therapeutics dürfte kurz- bis mittelfristig keine nennenswerten Auswirkungen auf den Aktienkurs von Bayer haben. Wichtiger werden indes die bevorstehenden Q1-Zahlen in der kommenden Woche und die zu erwartende Neuigkeiten in der Causa Glyphosat. Anleger warten vorerst weiter ab, auch charttechnisch gibt es keinen Grund zur Eile.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 10:55