Die Aktie von Bayer startet mit einem Kurssprung in den letzten Handelstag der Woche. Auf der Handelsplattform Tradegate geht es mehr als vier Prozent nach oben. Ein Geschworenengericht im US-Bundesstaat Missouri hat in der Nacht zum Donnerstag einstimmig zugunsten von Bayer entschieden.
Für den Pharma- und Agrarchemiekonzern ist das ein wichtiger Erfolg, zumal er im Juni bereits einen wegweisenden Glyphosat-Fall vor dem obersten US-Gericht gewonnen hatte. Der Prozess in Missouri war bedeutsam, weil die Kläger diesmal ganz andere Argumente gegen den DAX-Konzern ins Feld führten. Ein Geschworenengericht in Missouri hat im Fall Aretino et al nun zugunsten von Monsanto entschieden.
Im Juni 2026 hat der Supreme Court der USA in einem anderen Verfahren, das Bayer vor das Gericht gebracht hatte, entschieden: Klagen wegen fehlender Warnhinweise auf mögliche Krebsrisiken können sich nicht auf das Recht einzelner US-Bundesstaaten stützen, weil das Bundesrecht sie ausschließt. Die Anwälte im nun beendeten Verfahren in St. Louis setzten nun auf einen anderen Hebel. Sie behaupteten, das Mittel Roundup sei fehlerhaft konstruiert, und die Verbraucher seien vorsätzlich getäuscht worden.
„Dieses Urteil sollte ein starkes Signal für die Kläger sein, die auch nach dem Urteil des Supreme Court vor Gericht ziehen wollen", kommentierte Bill Dodero, Chef der Bayer-Rechtsabteilung in den USA, das Urteil.
Der aktuelle Sieg vor Gericht dürfte Bayer zusätzlichen Rückenwind verleihen, die Causa Glyphosat nach und nach abzuhaken. Diese hat den Konzern bereits Milliarden verschlungen. Entscheidend ist nun eine noch ausstehende richterliche Entscheidung über den Sammelvergleich. Im Rahmen dieses Vergleichs soll Bayer über bis zu 21 Jahre hinweg abnehmende, gedeckelte Jahreszahlungen leisten, die sich insgesamt auf bis zu 7,25 Milliarden Dollar belaufen.
Der Aktie von Bayer war zuletzt bereits der Sprung aus dem seit Anfang Oktober ausgebildeten Seitwärtstrend nach oben gelungen. Charttechnisch hat sich die Lage damit wieder aufgehellt. Nun rückt das Jahreshoch von Anfang Juli bei 53,92 Euro wieder in greifbare Nähe. Derweil steht bei Bayer der nächste wichtige Termin direkt vor der Haustür. Am Dienstag, 3. November, wird das Unternehmen die Zahlen für das abgelaufene dritte Quartal vorlegen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 08:49
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