Bayer: 52 Euro oder 28 Euro – wichtige Entscheidung steht an

Bayer: 52 Euro oder 28 Euro – wichtige Entscheidung steht an
Foto: Wolfgang Rattay/REUTERS
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Marion Schlegel Heute, 12:12 Marion Schlegel

Bayer steht am Mittwoch wieder im Fokus der Anleger: Mit Kursen von etwas mehr als 37 Euro kletterte die Aktie auf den höchsten Stand des laufenden Monats und hat damit die zwischenzeitlichen Verluste des Jahres 2026 aufgeholt. Am Markt wächst die Hoffnung auf Rückenwind aus den USA. Im Mittelpunkt steht der Durnell-Fall vor dem Supreme Court, dessen Ausgang für zahlreiche weitere Glyphosat-Verfahren Signalwirkung hätte.

•    Bayer-Aktie im Aufwind: Mit über 37 Euro erreichte die Aktie den höchsten Stand des Monats und machte die Verluste von 2026 wett.

•    US-Hoffnung als Kurstreiber: Im Fokus steht der Durnell-Fall vor dem Supreme Court, der Signalwirkung für weitere Glyphosat-Verfahren haben könnte.

•    UBS sieht Risiko nach unten: Im Worst Case könnte die Aktie laut UBS auf 28 Euro fallen, im Basisszenario liegt das Kursziel aber bei 52 Euro.

Klar ist allerdings nur, dass die Lage alles andere als klar ist. Denn neben dem Verfahren in Washington sorgt auch der von Bayer angestrebte Glyphosat-Vergleich für Unsicherheit. Offen ist derzeit bereits die zentrale Frage, welches Gericht überhaupt zuständig ist: ein Gremium in Missouri oder ein Bundesgericht in Nordkalifornien. Brisant daran: In Kalifornien wäre mit Vince Chhabria ein Richter involviert, der sich in der Vergangenheit bereits kritisch zu einem Vergleich geäußert hatte.

Bayer (WKN: BAY001)

Die UBS hat deshalb ein Worst-Case-Szenario entworfen. Analyst Matthew Weston sieht im ungünstigsten Fall ein Abrutschen der Aktie auf 28 Euro. Dieses Risiko würde vor allem dann Realität, wenn der Vergleich vor Chhabria landet und der Supreme Court im Durnell-Fall zugleich gegen Bayer entscheidet. Selbst ein Erfolg vor dem obersten US-Gericht würde die offenen Verfahren nach Einschätzung des Experten nicht automatisch beenden, da weiterhin eine Vergleichslösung nötig wäre. Grundsätzlich bleibt er aber optimistisch mit einem Kursziel von 52 Euro aus seinem Basisszenario.

Beim Durnell-Fall rechnen Fachleute laut UBS zwar mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent für Bayer. Einen festen Zeitplan für das Urteil gibt es aber nicht, auch wenn Beobachter mit einer Entscheidung gegen Ende Juni rechnen.

Die Aktie hat sich zuletzt deutlich von ihren Tiefs lösen können. Charttechnisch wichtig wäre nun der Sprung über die 50-Tage-Linie. Kurzfristig bleiben allerdings die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA ein Knackpunkt. Hier ist in den kommenden Wochen mit richtungsweisenden Neuigkeiten zu rechnen. Anleger verharren vorerst weiter an der Seitenlinie.

FAQs:

Welche Geschäftsbereiche hat Bayer?
Der Leverkusener Traditionskonzern ist in drei Divisionen aufgeteilt: Crop Science, Consumer Health und Pharma.

Warum ist die Pharma-Sparte für Bayer so wichtig?
Weil sie einen erheblichen Teil von Umsatz und Gewinn liefert. Das Unternehmen sieht sich allerdings auch mit auslaufenden Patenten bei Top-Sellern konfrontiert.

Warum gibt es so viele Klagen gegen Bayer?
In den USA werfen Kläger Bayer/Monsanto vor, nicht ausreichend vor möglichen Krebsrisiken gewarnt zu haben. Seit Jahren schwelt der Rechtsstreit.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.

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