Die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA sind immer noch ein Belastungsfaktor für die Bayer-Aktie. Die Leverkusener erhoffen sich Unterstützung vom Obersten Gerichtshof der USA (Supreme Court), um das Problem endlich nachhaltig in den Griff zu bekommen. Im Vorfeld der Entscheidung, die in den kommenden Wochen erwartet wird, gab es zuletzt negative Signale.
Hintergrund: Am 22. Mai wurde von einer kleinen Gruppe von Klägeranwälten ein Antrag auf Verfahrensverweisung eingereicht und der Fall im Anschluss von einem Bundesgericht in Missouri an ein Bundesgericht in Kalifornien übertragen. Am nun zugewiesenen Gericht agiert Vince Chhabria, der Bayer im Umgang mit der Causa Glyphosat zuletzt erneut kritisiert hat.
Die UBS hat die jüngsten Entwicklungen genauer unter die Lupe genommen. Über Nacht eingereichte Schriftsätze würden darauf hindeuten, dass Bayer einen zweigleisigen Ansatz verfolge, um die Glyphosat-Sammelklage wieder vor das Bezirksgericht in Missouri zu bringen.
Demnach habe Bayer am 26. Mai einen Antrag auf Rückverweisung eingereicht, mit dem Ziel, den Fall zurück in das staatliche Gericht zu transferieren. Darüber hinaus habe das Unternehmen am 04. Juni einen weiteren Antrag eingereicht, mit dem die vom JPML (Judicial Panel on Multidistrict Litigation; ein bundesgerichtliches Gremium für gebündelte Verfahren) angeordnete bedingte Übertragung vom Bundesgericht in Missouri an das Bundesgericht in Kalifornien angefochten werde.
"Nach unserem Verständnis wird das JPML die Entscheidung darüber treffen, ob die Übertragung bei seiner nächsten Sitzung endgültig gemacht wird oder nicht", so die Analysten der UBS.
Die Causa Glyphosat ist und bleibt ein komplexer (rechtlicher) Sachverhalt, der zuletzt wieder auf dem Aktienkurs der Bayer AG gelastet hat. Anleger lassen weiter Vorsicht walten und bleiben an der Seitenlinie.
FAQs:
Was macht Bayer?
Das deutsche Traditionsunternehmen mit Sitz in Leverkusen ist in drei Divisionen gegliedert: Pharma, Crop Science und Consumer Health.
Warum gibt es so viele Klagen gegen Bayer?
In den USA werfen Kläger Bayer/Monsanto vor, nicht ausreichend vor möglichen Krebsrisiken gewarnt zu haben. Es geht vor allem um Non-Hodgkin-Lymphome.
Warum ist Glyphosat für Bayer so bedeutend?
Glyphosat ist der Wirkstoff im Unkrautvernichter Roundup, ursprünglich von Monsanto entwickelt. Bayer übernahm Monsanto final im Jahr 2018 und damit auch das Glyphosat-Geschäft sowie die späteren Klagen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 11:11