Nach einem Zuständigkeitswechsel bei den Analysten hat die Investmentbank Jefferies das DAX-Unternehmen Bayer erneut genauer unter die Lupe genommen. Der neue zuständige Experte Michael Leuchten lehnt sich nicht zu weit aus dem Fenster und hält bei negativen Nachrichten rund um die Causa Glyphosat Kurse von 30 Euro für realistisch.
Leuchten stuft die Aktie allerdings mit 40 Euro ein, das Votum lautet "Hold". Unter der Annahme eines 50:50-Szenarios zwischen einer positiven Beilegung der Rechtsstreitigkeiten (Kursziel: 45 Euro) und einem negativen Ausgang (30 Euro) bleibe die juristische Klärung der zentrale Kurstreiber, so Leuchten.
Gleichzeitig würden ausstehende Wettbewerbsdaten zu Bayers wichtigstem Medikamentenkandidaten Asundexian die Entwicklung einer überzeugenden Pharma-Story erschweren, die den bestehenden Konglomeratsabschlag nachhaltig abbauen könne, heißt es in der Jefferies-Studie.
Im vergangenen Herbst berichtete Bayer über positive Studiendaten zum Hoffnungsträger Asundexian als Mittel zur Schlaganfall-Sekundärprävention. Inzwischen treiben die Leverkusener die Zulassung des Blockbuster-Kandidaten rund um den Globus voran.
Hauptkonkurrent ist indes Bristol Myers Squibb mit dem Wirkstoff Milvexian. Die Amerikaner wollen in diesem Jahr noch Daten aus zwei Spätphasen-Studien vorlegen, darunter ebenfalls als Wirkstoff in der sekundären Schlaganfallprävention.
Auch DER AKTIONÄR bleibt bei Bayer vorsichtig. Der Ausgang der Causa Glyphosat vor dem Obersten Gerichtshof der USA (Supreme Court) ist ungewiss und birgt Rückschlagrisiken. Ohnehin drängt sich auch charttechnisch kein Einstieg beim DAX-Titel auf.
FAQs:
Was macht Bayer?
Das deutsche Traditionsunternehmen mit Sitz in Leverkusen ist in drei Divisionen gegliedert: Pharma, Crop Science und Consumer Health.
Warum gibt es so viele Klagen gegen Bayer?
In den USA werfen Kläger Bayer/Monsanto vor, nicht ausreichend vor möglichen Krebsrisiken gewarnt zu haben. Es geht vor allem um Non-Hodgkin-Lymphome.
Warum ist Glyphosat für Bayer so bedeutend?
Glyphosat ist der Wirkstoff im Unkrautvernichter Roundup, ursprünglich von Monsanto entwickelt. Bayer übernahm Monsanto final im Jahr 2018 und damit auch das Glyphosat-Geschäft sowie die späteren Klagen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 10:49