Vor knapp zehn Jahren hat der DAX-Konzern die milliardenschwere Übernahme von Monsanto angekündigt und sich damit auch die PCB- und Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten ins Haus geholt. Der umstrittene Unkrautvernichter sorgt indes erneut für Probleme und bremst die Bayer-Aktie in einem freundlichen Gesamtmarkt aus.
Wie unter anderem das Handelsblatt berichtet, hätten brasilianische Anwälte eine Klage gegen die Gesundheitsbehörde Anvisa und die Regierung in Rio de Janeiro eingereicht, um ein vollständiges Verbot des Unkrautvernichters Glyphosat zu erzwingen.
Würden sich die Staatsanwälte durchsetzen, hätte das weitere milliardenschwere Konsequenzen für Bayer, erklärt das Handelsblatt. Brasilien sei Lateinamerikas größte Volkswirtschaft – und ein Erfolg könne sich auch auf andere Länder in der Region auswirken, heißt es weiter.
Widerstand in den USA
Indes will Bayer in den USA die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten endlich nachhaltig in den Griff bekommen. Mit Spannung wird für die kommenden Wochen eine Entscheidung vor dem Obersten US-Gerichtshof (Supreme Court) erwartet. Doch es gibt Widerstand gegen die Pläne der Leverkusener: Wie ebenfalls das Handelsblatt berichtet, hätten Anwälte von 13 Krebspatienten ein Gericht im US-Bundesstaat Missouri aufgefordert, die Vereinbarung über 7,25 Milliarden Dollar nicht zu genehmigen.
DER AKTIONÄR hat in den zurückliegenden Wochen immer wieder aufgrund der weiterhin anhaltenden Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten von einem Einstieg abgeraten. Diese Einschätzung hat Bestand: Anleger verharren an der Seitenlinie.
FAQs:
Was macht Bayer?
Das deutsche Traditionsunternehmen mit Sitz in Leverkusen ist in drei Divisionen gegliedert: Pharma, Crop Science und Consumer Health.
Warum gibt es so viele Klagen gegen Bayer?
In den USA werfen Kläger Bayer/Monsanto vor, nicht ausreichend vor möglichen Krebsrisiken gewarnt zu haben. Es geht vor allem um Non-Hodgkin-Lymphome.
Warum ist Glyphosat für Bayer so bedeutend?
Glyphosat ist der Wirkstoff im Unkrautvernichter Roundup, ursprünglich von Monsanto entwickelt. Bayer übernahm Monsanto final im Jahr 2018 und damit auch das Glyphosat-Geschäft sowie die späteren Klagen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
Heute, 07:45