Im schwachen Gesamtmarkt dominieren auch bei der Aktie von Bayer zum Start in die neue Handelswoche die roten Vorzeichen. Indes haben zwei der weltweit führenden Rating-Agenturen den DAX-Wert nach einem Deal zur Verbesserung der Kapitalstruktur genauer unter die Lupe genommen und ihre Einschätzungen zum Teil angepasst.
Moody's hat den Ausblick für Bayer von "negativ" auf "stabil" angehoben und auf "BAA2" (mittlere Bonität) belassen.
"Die Stabilisierung des Ausblicks spiegelt eine deutliche Verringerung des Ausfallrisikos im Zusammenhang mit den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten (Roundup) des Konzerns in den USA wider, nachdem der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten Ende Juni im Fall ,Durnell' ein Urteil gefällt hat, das die Einrede der Vorrangigkeit des Bundesrechts stärkt und den Kreis der begründeten Ansprüche wegen unterlassener Warnung erheblich einschränkt, sowie die anhaltenden Fortschritte bei der umfassenden Beilegung der verbleibenden Fälle durch den anhängigen Sammelvergleich", so die Begründung von Moody's.
Die Rating-Agentur S&P hat hingegen den Ausblick für Bayer auf "negativ" mit "BBB" belassen.
Vor allem durch die milliardenschwere Übernahme von Monsanto vor rund zehn Jahren ist die Nettofinanzverschuldung von Bayer deutlich in die Höhe geschnellt. Per Ende März betrug diese immer noch knackige 32,5 Milliarden Euro.
Bayer hat zuletzt wichtige Fortschritte zur endgültigen Beilegung der Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA verbuchen können und die Aktie schon einiges an Vorschusslorbeeren eingepreist. Auch die Verbesserung der Kapitalstruktur ist ein wichtiges Puzzleteil. Nach Ansicht des AKTIONÄR ist das Upside-Potenzial begrenzt, Anleger bleiben an der Seitenlinie.
FAQs:
Was macht Bayer?
Das deutsche Traditionsunternehmen mit Sitz in Leverkusen ist in drei Divisionen gegliedert: Pharma, Crop Science und Consumer Health.
Warum muss sich Bayer mit den Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten in den USA auseinandersetzen?
In den USA werfen Kläger Bayer/Monsanto vor, nicht ausreichend vor möglichen Krebsrisiken gewarnt zu haben. Der Supreme Court hat allerdings jüngst eine Grundsatzentscheidung zugunsten der Bayer-Tochter Monsanto getroffen.
Warum ist Glyphosat für Bayer so bedeutend?
Glyphosat ist der Wirkstoff im Unkrautvernichter Roundup, ursprünglich von Monsanto entwickelt. Bayer übernahm Monsanto final im Jahr 2018 und damit auch das Glyphosat-Geschäft sowie die späteren Klagen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
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