Der hoch verschuldete Bayer-Konzern verschafft sich mehr finanzielle Flexibilität. Mit dem Finanzinvestor Apollo haben die Leverkusener einen milliardenschweren Deal unter Dach und Fach gebracht, der die Kapitalstruktur des DAX-Unternehmens verbessert. Die Bayer-Aktie daraufhin zwei Prozent an Wert.
Laut einer Mitteilung des Unternehmens erhalte Apollo eine Minderheitsbeteiligung an einer neuen Gesellschaft, in die Bayer wiederum das Geschäft mit reversiblen Langzeit-Kontrazeptiva (Verhütungsmittel) einbringe. Bayer wird die Mehrheit sowie die volle Kontrolle an dem Business behalten.
Durch die Transaktion sichert sich Bayer drei Milliarden Euro an Eigenkapital. Das Unternehmen kann das Geld gut gebrauchen: Per Ende März betrug die Nettofinanzverschuldung 32,5 Milliarden Euro.
Und auch die Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten sind immer noch nicht endgültig vom Tisch. Im Februar schloss das Unternehmen jedoch einen Sammelvergleich in Höhe 7,25 Milliarden Dollar (etwa 6,4 Milliarden Euro). Für den geplanten Vergleich liegt bereits eine vorläufige Genehmigung vor. Am 19. August soll eine Anhörung stattfinden, damit dann eine endgültige Genehmigung vorliegt.
Die Bayer-Aktie hat zuletzt von einem positiven Urteil (in der Causa Glyphosat) des Supreme Courts in den USA profitiert. Der Markt hat inzwischen eine Beendigung der Rechtsstreitigkeiten eingepreist. DER AKTIONÄR sieht auf dem aktuellen Kursniveau nur noch begrenztes Upside-Potenzial. Anleger bleiben an der Seitenlinie.
FAQs
Wie wichtig ist die Pharma-Sparte für Bayer?
Sehr wichtig. Die Division bringt margenstarke Erträge und soll auf den Wachstumspfad zurückkehren.
Was ist das umsatzstärkste Medikament?
Im ersten Quartal erzielte Bayer mit dem Prostatakrebs-Medikament Nubeqa die höchsten Einzelproduktumsätze.
Ist Bayer von ablaufenden Patenten betroffen?
Ja. Beim einstigen Top-Seller Xarelto bekommt der Konzern die Generika-Konkurrenz zu spüren. Auch Eylea spürt den Wettbewerbsdruck.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bayer.
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