Der Volkswagen-Konzern sieht sich derzeit mit mehreren Belastungsfaktoren konfrontiert. Zusätzlicher Druck entsteht durch US-Importzölle, den intensiven Wettbewerb auf dem chinesischen Markt sowie die schwächere Entwicklung bei den bisherigen Gewinnbringern Audi und Porsche AG. Am heutigen Dienstag hat der Konzern die Zahlen für das vergangene Geschäftsjahr vorgelegt.
Volkswagen hat im vergangenen Jahr einen massiven Gewinneinbruch verkraften müssen. Wie Europas größter Autobauer am Dienstag in Wolfsburg mitteilte, sank das Konzernergebnis nach Steuern im Jahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Der Nettogewinn fiel von 12,4 Milliarden Euro auf 6,9 Milliarden Euro – ein Rückgang um rund 44 Prozent. Das operative Ergebnis halbierte sich auf rund 8,9 Milliarden Euro. Auch die Aktionäre müssen sich auf eine geringere Ausschüttung einstellen: Die Dividende für Vorzugsaktien soll auf 5,26 Euro je Aktie sinken und damit rund 17 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres liegen. Die Dividende liegt allerdings über den erwarteten 4,57 Euro je Aktie.
Positiv entwickelte sich der Netto-Cashflow im Konzernbereich Automobile. Dieser erreichte 6,4 Milliarden Euro nach 5,2 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Kennzahl ist entscheidend für die Kreditwürdigkeit eines Unternehmens und damit für dessen Finanzierungskosten.
Für 2026 peilt Volkswagen wieder höhere Gewinne an. Für 2026 stellt der DAX-Konzern eine operative Marge vor Zinsen und Steuern von 4,0 bis 5,5 Prozent in Aussicht. Im Vorjahr war die Rendite stärker als erwartet eingebrochen und um 3,1 Prozentpunkte auf lediglich 2,8 Prozent gefallen. Die Analystenschätzungen für das laufende Jahr lagen bislang im Schnitt bei einer operativen Marge von 5,3 Prozent auf Konzernebene – und damit im oberen Bereich der nun ausgegebenen Prognosespanne.
Vorstandschef Oliver Blume kommentierte im Rahmen der Zahlenvorlage: „2025 haben wir die neue Kraft der Volkswagen Group auf die Straße gebracht. Und unser Unternehmen in zunehmend globalem Gegenwind stabil in der Spur gehalten. Mit innovativen, begeisternden Produkten, die am Markt gefragt sind und viele bedeutende Preise gewinnen. Mit hochmodernen Technologien, die den Alltag unserer Kundinnen und Kunden einfacher, sicherer und komfortabler machen. Unsere Substanz ist robust, unsere Zukunftsprogramme wirken. Mit einem kräftigen finanziellen Momentum zum Jahresende haben wir unser Unternehmen weiter gestärkt.“
Die Aktie von Volkswagen ist charttechnisch stark angeschlagen. Volkswagen muss nun in Zukunft Tempo machen. Die Liquidität ist aber in jedem Fall positiv zu werten. Charttechnisch wäre die Rückeroberung der 200-Tage-Linie ein wichtiges Signal.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..
Heute, 08:02