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Volkswagen baut KI-Chip – autonomes Fahren im Fokus

Volkswagen baut KI-Chip – autonomes Fahren im Fokus
Foto: Volkswagen
Volkswagen AG -%
05.11.2025, 10:55 ‧ Julian Weber

China ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für Volkswagen – zugleich aber wohl das größte Problem. Der Absatz sinkt seit Jahren, die heimische Konkurrenz drängt die Wolfsburger zunehmend aus dem Markt. Doch VW hat reagiert: Mit seiner „In China, für China“-Strategie wollen die Wolfsburger Anteile zurückerobern – und entwickelt nun einen eigenen KI-Chip.

Die Lage in China ist angespannt: 2019 verkaufte VW in der Volksrepublik noch über 4,2 Millionen Fahrzeuge, 2024 waren es nur noch 2,9 Millionen. Trotz Rückgängen erzielen die Wolfsburger dort knapp 30 Prozent ihrer Verkäufe. Die heimische Marken wie BYD, Nio und Xiaomi machen VW das Leben mit Software, KI, kurzen Entwicklungszyklen und niedrigen Preisen schwer.

Lange galt Volkswagens China-Strategie als Erfolgsmodell. Doch der Fokus auf Produktion und Skalierung reicht nicht mehr, da der Markt zunehmend technologielastiger wurde. Inzwischen erwarten chinesische Kunden Fahrassistenzsysteme, Sprachsteuerung und KI-basierte Sicherheit in jedem Modell.

Konzernchef Oliver Blume zog die Konsequenzen: Unter dem Namen „In China, für China“ präsentierte der Autobauer 2023 eine Strategie, die mehr vor Ort und schneller entwickelen sowie auf die lokalen Bedürfnisse eingehen soll. Dazu gründete VW das Joint Venture Carizon – eine Kooperation der Softwaretochter Cariad mit dem Pekinger KI-Spezialisten Horizon Robotics.

Nun wurde bekannt, dass das Gemeinschaftsunternehmen – Cariad hält 60, Horizon Robotics 40 Prozent – einen eigenen System-on-Chip, der Datenströme aus Kameras und Sensoren in Echtzeit verarbeitet, entwickelt. Der Produktionsstart für den Chip ist zwischen 2028 und 2030 geplant, erste Fahrzeuge mit Carizon-Systemen sollen 2026 kommen.

Mit dem neuen Hochleistungsprozessor will Volkswagen autonomes Fahren auf Level drei ermöglichen – also Situationen, in denen das Auto zeitweise selbst die Kontrolle übernimmt. Der Chip soll 500 bis 700 Teraoperationen pro Sekunde schaffen und ist ausgelegt für die dichte, unübersichtliche Verkehrsumgebung chinesischer Großstädte.

Volkswagen Vz. (WKN: 766403)

Volkswagen versucht alles, um in China wieder Fuß zu fassen. Das Vorgehen ergibt Sinn, allerdings schlafen auch die hiesigen Hersteller nicht. Gleichzeitig verschärft sich durch die Importzölle auch der Druck in den USA. Ein Einstieg drängt sich aktuell nicht auf.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Volkswagen Vz..

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