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27.05.2020 Marion Schlegel

Ryanair: „Rechtswidrige staatliche Beihilfen“ für die Lufthansa – Aktie startet dennoch durch

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Ryanair

Nach der Zusage von Staatshilfen für die Lufthansa sieht der Billigflieger Ryanair eine Wettbewerbsverzerrung auf dem Luftverkehrsmarkt. Die Hilfen der Bundesregierung in Höhe von neun Milliarden Euro würden den monopolähnlichen Zugriff der Lufthansa auf den deutschen Luftverkehrsmarkt weiter stärken, kritisierte die irische Fluggesellschaft am Dienstag.

"Es ist zutiefst ironisch, dass die deutsche Regierung, die alle anderen EU-Länder über die Einhaltung der EU-Vorschriften belehrt, keine Hemmung hat, die Vorschriften über staatliche Beihilfen zu brechen, wenn es um die Lufthansa geht", sagte Ryanair-CEO Michael O'Leary. Ryanair werde gegen dieses Beispiel "rechtswidriger staatlicher Beihilfen" für die Lufthansa vorgehen.

Ryanair (WKN: A1401Z)

Am Montag hatten Bundesregierung und Lufthansa bekannt gegeben, dass das staatliche Hilfspaket für die deutsche Fluggesellschaft stehe. In einem nächsten Schritt muss allerdings die EU-Kommission noch zustimmen, ebenso der Aufsichtsrat der Lufthansa und die Hauptversammlung. Das Unternehmen war in der Corona-Krise schwer unter Druck geraten. Im Konzern sind rund 138.000 Menschen beschäftigt. Zehntausende Jobs stehen unter dem Eindruck der Corona-Krise auf der Kippe.

Ungeachtet dessen konnte die Aktie von Ryanair am Dienstag aber dennoch kräftig zulegen. Mehr als elf Prozent ging es an der Heimatbörse in London nach oben auf 11,90 Euro. Damit ist die Aktie am wichtigen Widerstand in Form der 200-Tage-Linie angelangt. Diesen gilt es jetzt zu knacken. Gelingt dies, wäre dies ein neues Kaufsignal für die Aktie. Zunehmende Reiselockerungen in der Corona-Krise beflügeln die europäischen Airline-Aktien. Immer mehr Urlaubsländer heben mit dem Start der Sommerreisesaison ihre Einreisestopps auf und öffnen Strände sowie Hotels und Restaurants. Zudem bereitet die Bundesregierung wohl ein Ende der weltweiten Reisewarnung für Touristen ab dem 15. Juni für 31 europäische Staaten vor, wenn die Entwicklung der Corona-Pandemie es zulässt.

(Mit Material von dpa-AFX)