Nach einem Schlagabtausch mit Ryanair-Chef Michael O'Leary lässt Elon Musk auf seiner Plattform X darüber abstimmen, ob er den Billigflieger kaufen sollte. Mit einem Börsenwert von 30 Milliarden Euro wäre Ryanair für Musk zwar erschwinglich – allerdings dürfen nach EU-Regeln nur Europäer Mehrheitseigentümer von Airlines in der Union sein.
Und Ryanair kommt bekanntlich aus Irland. Musk und O'Leary streiten schon seit Tagen um die Entscheidung von Ryanair, die Flugzeuge nicht für das von Musks Raumfahrtfirma SpaceX betriebene Satelliten-Internetsystem Starlink auszurüsten. Der Ryanair-Chef argumentierte, wegen der Starlink-Antennen würden die Flugzeuge durch höheren Luftwiderstand Kerosin für bis zu 250 Millionen Dollar mehr verbrennen – während die Passagiere kein Geld für Internet in der Luft ausgeben würden. Hingegen machen andere Airlines wie etwa auch die Lufthansa ihre Maschinen gerade fit für Starlink.
O'Leary bezeichnete Musk indes in einem Radiointerview als "sehr reichen Idioten", der keine Ahnung vom Fliegen habe. Musk nannte den Ryanair-Chef einen Idioten, der gefeuert werden solle. Danach startete er eine Umfrage, ob er die Airline kaufen und "Ryan" als rechtmäßigen Boss wieder einsetzen solle. Ryanair-Gründer Tony Ryan starb aber bereits 2007.
Musk und O'Leary sind beide für provokante Äußerungen bekannt – die ihnen oft auch Geld für Werbung sparen. Ryanair verkündete bei X nach Musks Vorstoß eine Verkaufsaktion, bei der 100.000 Sitze zum Preis ab 16,99 britische Pfund (19,50 Euro) angeboten werden, mit dem Motto: "Buchen Sie heute, bevor Musk einen kriegt!" O'Leary kündigte zudem eine Pressekonferenz für den heutigen Mittwoch an. Es bleibt also spannend.
Die aktuelle Marketing-Kampagne belegt einmal mehr, wie clever Ryanair jede Chance nutzt. Der Billigflieger dürfte auch im laufenden Jahr weiter wachsen. Die Aktie bleibt nach wie vor ein Kauf. Der Stoppkurs sollte bei 22,00 Euro belassen werden.
Enthält Material von dpa-AFX
21.01.2026, 07:29