Nach dem jüngsten Streik des Kabinenpersonals gibt es bei Lufthansa eine positive Tarifmeldung. Lufthansa City Airlines hat sich mit ver.di auf einen tariflichen Rahmen für das fliegende Personal verständigt. Das ist ein Fortschritt, betrifft aber nicht die zuletzt bestreikten Kabinenbeschäftigten der Kernmarke Lufthansa.
Das Paket umfasst einen Vergütungstarifvertrag und einen Manteltarifvertrag. Geregelt werden damit Bezahlung, Einsatzbedingungen, betriebliche Altersvorsorge und eine ergebnisvariable Vergütung. Die Verträge gelten rückwirkend ab 1. April 2026 und laufen drei Jahre. Lufthansa sieht darin einen Meilenstein für das weitere Wachstum von City Airlines und verweist auf mehr Planungssicherheit sowie höhere operative Stabilität.
Strategisch ist das relevant. City Airlines soll den Kurzstreckenverkehr an den Hubs in Frankfurt und München wettbewerbsfähiger machen und dem Konzern mehr Flexibilität im Europaverkehr verschaffen. Gerade in einem margenschwachen und hart umkämpften Markt ist ein klarer tariflicher Rahmen ein wichtiger Baustein, um Wachstum planbar aufzusetzen und operative Reibungsverluste zu begrenzen.
Für Investoren ist aber ebenso wichtig, was diese Einigung nicht löst. Der Konflikt der Gewerkschaft Ufo mit der Kernmarke Lufthansa bleibt ebenso offen wie die Cityline-Frage. Dort geht es um die Einsatzbedingungen von rund 19.000 Kabinenkräften sowie um einen Sozialtarifvertrag für rund 800 Beschäftigte der Cityline im Zuge des geplanten Auslaufens des Flugbetriebs.
Die Aktie der Lufthansa steigt nach der Einigung des Konzerns mit ver.di. Doch die großen Baustellen sind noch nicht gelöst und von einem Befreiungsschlag zu sprechen noch zu früh. Außerdem wird der Aktienkurs derzeit maßgeblich vom Ölpreis bestimmt, so dass die Volatilität hoch bleiben dürfte.
Heute, 12:30