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21.10.2021 Jochen Kauper

Daimler: Deutlich höhere Kurse bis zum Jahresende!

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Daimler

Lieferengpässe zwingen die Autobauer immer wieder dazu, die Bänder in den Produktionshallen zu stoppen. Hinzu kommen Sorgen der Investoren vor weiter steigenden Preisen, die den Verbrauchern die Kauflaune verderben und die Konjunktur abwürgen können. Dennoch sollte die Aktie von Daimler bis zum Jahresende deutlich höher notieren.


Im derzeit schwierigen Umfeld haben Autowerte zuletzt deutlich nachgegeben. Ein Bericht über einen noch größeren Produktionsausfall beim französischen Hersteller Renault belastete die gesamte Branche.

Daimler hat dieses Jahr noch viel vor: Die Aufspaltung in einen Autobauer auf der einen Seite sowie einen Lkw- und Bus-Hersteller auf der anderen Seite im Dezember steht kurz bevor. Doch rund um den großen Einschnitt beim Traditionskonzern hat Vorstandschef Ola Källenius auch ganz profane Probleme im Tagesgeschäft zu lösen - der Chipmangel bescherte der Stammmarke Mercedes-Benz im dritten Quartal einen herben Absatzeinbruch. Die Zahlen für das dritte Quartal wird Daimler am 29. November vorlegen.


In den Bilanzen der Autobauer war das Ausmaß der Chip-Knappheit bisher kaum abzulesen - im Gegenteil fuhren Daimler, Volkswagen und auch BMW im ersten Halbjahr hohe Gewinne ein. Denn lange Lieferzeiten und eine starke Nachfrage in der Konjunkturerholung setzten den Rabattschlachten vergangener Jahre ein Ende. Zudem fahren Autobauer wie Mercedes die Strategie, die knappen Halbleiter zunächst in die lukrativeren Modelle wie die S-Klasse einzusetzen und auch den am Kapitalmarkt besonders beäugten Hochlauf der Elektroautos bei der Versorgung mit den kritischen Teilen zu bevorzugen.


Das dritte Quartal sei ein Prüfstein, in dem Daimler nun seine neugewonnene Widerstandskraft unter Beweis stellen könne, schrieb Barclays-Analyst Kai Alexander Mueller jüngst. Trotz des bedeutenden Absackers bei den Verkaufszahlen bei Pkw und Vans sowie bei Lkw und Bussen dürfte die Profitabilität sich als belastbar erweisen. Preiseffekte und starke Kostendisziplin dürften einen Teil der negativen Auswirkungen wettmachen. Die deutlich gesenkte Gewinnschwelle dürfte noch für auskömmliche Margen sorgen, bei Mercedes-Benz rechnet er mit einem Wert von 7,9 Prozent im Quartal.

JPMorgan-Analyst Jose Asumendi sprach trotz des starken Rückgangs bei den Verkaufszahlen im dritten Quartal von einem dennoch soliden Quartal für den Autobauer. Die Autosparte könne durchaus eine Marge von mehr als 9 Prozent erreichen. Der Barmittelfluss dürfte ebenfalls stark ausgefallen sein, wie der Experte schrieb.

Ähnlich sieht es RBC-Analyst Tom Narayan, auch wenn er seine Schätzungen nach den Verkaufszahlen deutlich senkte. Die Profitabilität bei Pkw dürfte nach wie vor von Preiseffekten und einem größeren Anteil teurerer Autos profitiert haben.

Daimler (WKN: 710000)

DER AKTIONÄR geht davon aus, dass die Daimler-aktie bis Jahresende deutlich höher notieren wird. Interessant wird die Entwicklung, wenn sich Daimler in Mercedes-Benz und die Bus- und Brummi-Sparte aufspalten wird. Beide Unternehmen getrennt voneinander können zielgerichteter vorgehen, sind agiler und flexibler. Auch der Zugang zum Kapitalmarkt, vor allem für die Brummi-Sparte, wird einfacher.


(Mit Material von dpa-AFX).

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