BYD launcht neue Marke – Konkurrenz für Tesla und Uber?

BYD launcht neue Marke – Konkurrenz für Tesla und Uber?
Foto: BYD
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Julian Weber 09.01.2026, 10:05 Julian Weber

BYD will mit Linghui wohl eine neue Submarke launchen. Diese nimmt verstärkt den weltweit boomenden Ridehailing-Markt ins Visier. Der chinesische Autobauer trifft damit auf einen Markt, der von Uber dominiert wird. Auch Tesla mischt mit. BMW, Mercedes-Benz und Volkswagen sind ebenfalls aktiv. Doch BYD wählt einen Sonderweg.

BYD schärft seine Markenarchitektur und richtet den Blick auf den gewerblichen Einsatz fürs Ridehailing. Mit Linghui entsteht eine neue Submarke, unter der etablierte Modelle speziell für Flotten und Ridehailing-Dienste gebündelt werden. Das zeigen jüngste Einträge im aktuellen Katalog des chinesischen Industrieministeriums. Eine offizielle Ankündigung steht noch aus, Branchenmedien wie Yiche sprechen jedoch von einer gezielten Positionierung für diesen Markt.

Unter dem neuen Logo dürften BYD-Kenner bekannte Fahrzeuge wiedererkennen. Der Linghui e5 basiert auf dem Qin Plus EV, der e7 und e9 auf bestehenden Limousinen aus der BYD-Palette, der M9 auf dem Xia-Van. Technisch bleiben die Fahrzeuge weitgehend unverändert. Abmessungen, Antriebe und Plattformen entsprechen den bekannten Serien. Im Kern handelt es sich eher um ein Re-Branding mit leichten Anpassungen für hohe Laufleistungen und den Dauereinsatz in Flotten.

Der Schritt hat strategische Gründe. BYD verkauft viele günstige Elektrofahrzeuge an Ridehailing-Anbieter. Das belastet allerdings das Markenimage, da der Konzern verstärkt in höhere Preissegmente vorstößt. Allein die Verkäufe der Offroad-Marke Fangchengbao stiegen im vergangenen Jahr um mehr als 300 Prozent auf rund 234.600 Fahrzeuge. Linghui soll die Trennung zwischen Unterklasse- und Premiumfahrzeugen verschärfen.

Boomender Ridehailing-Markt

Der Markt für Ridehailing wächst rasant. In China gehört das Bestellen von Fahrservices via App fast schon zum Alltag und zählt dort mehr als 500 Millionen Nutzer. International dominiert Uber den Markt in über 10.000 Städten. Auch andere Autobauer sind im Markt aktiv. Tesla will mit seiner eigenen Robotaxi-Plattform den Markt revolutionieren. BMW und Mercedes-Benz betreiben gemeinsam die Plattform Free Now in Europa, Volkswagen ist mit MOIA im Ride-Pooling aktiv.

BYD wählt einen anderen Ansatz. Statt einer eigenen Plattform liefert der Konzern Fahrzeuge für bestehende Dienste und sichert sich Volumen.

BYD (WKN: A0M4W9)

Linghui ist weniger wie eine neue Marke als ein klar abgegrenztes Angebot für den lukrativen, schnell wachsenden Ridehailing-Markt. Dieser ist für BYD wichtig, da die Anbieter durch ihre Käufe den Absatz beflügeln. Wirklich kursbewegend dürfte die News allerdings nicht sein. Anleger warten vor einem Einstieg ein klares Kaufsignal ab.

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