++ 7 Schnäppchen – 100 Prozent Potenzial ++

Update: Chip‑Schock im Nasdaq 100 – Micron, Sandisk, Seagate und Western Digital tiefrot

Update: Chip‑Schock im Nasdaq 100 – Micron, Sandisk, Seagate und Western Digital tiefrot
Foto: Artit_Wongpradu/iStock
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Annalena Götz Heute, 17:10 Annalena Götz
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Die Erholung im Datenspeicher-Sektor kassiert am Freitag einen saftigen Rückschlag: Sandisk, Micron, Western Digital und Seagate gehören zu den schwächsten Werten im Nasdaq 100. Schlechte Nachrichten aus den Unternehmen selbst gibt es nicht. Vielmehr trennen sich Anleger heute erneut auf breiter Front von Tech-Aktien. Der Technologiewerte-Index baut seine Vortagesverluste am Freitag um rund ein Prozent aus. 

Eigentlich startete der Nasdaq 100 zunächst nahezu unverändert in den Freitagshandel (DER AKTIONÄR berichtete). Zum Auftakt legte der Index um 0,05 Prozent auf 28.469 Punkte zu. Schon kurz darauf drehte er jedoch ins Minus und rutschte im weiteren Verlauf bis auf 28.111 Punkte ab. Der Verkaufsdruck auf die im Frühjahr stark gelaufenen Tech-Aktien bleibt somit bestehen.

Infront Tech 100 (WKN: A0AE1X)

Besonders hart erwischt es die Aktien der Speicherhersteller: Seagate gibt um bis zu 5,6 Prozent nach, Western Digital verliert im Tagestief um 6,6 Prozent, Micron um 7,1 Prozent und Sandisk fällt sogar um 9,7 Prozent.

Überraschend reiht sich auch Intel in den Ausverkauf ein. Die Aktie verliert rund 3,6 Prozent – obwohl der Chipkonzern erst am Vorabend mit seinen Quartalszahlen auf ganzer Linie überzeugt hatte. Nachbörslich war das Papier daraufhin zunächst zweistellig angesprungen.

KI-Boom: Speicherchips bleiben gefragt

Am langfristigen Nachfragebild hat sich jedenfalls wenig geändert. AKTIONÄR-Leser wissen: Erst am Mittwoch stellte Alphabet erneut höhere Investitionen in Rechenzentren in Aussicht. Davon profitieren unter anderem die Speicherhersteller. Micron treibt die Produktion von HBM4 schneller hoch als bei früheren Generationen und erwartet, dass die Nachfrage nach DRAM und NAND noch über 2027 hinaus das Angebot übersteigt. Bereits jetzt sind die Bestellbücher des Unternehmens bis weit ins nächste Jahr hinein voll.

Der heutige Kursrutsch ist daher nicht fundamental getrieben, sondern Folge des allgemeinen Marktsentiments. Auch in Asien büßten die koreanischen Speicherchip-Giganten SK Hynix und Samsung an ihren Heimatbörsen heute Morgen rund acht Prozent ein. Zusätzlich belastet das makroökonomische Umfeld: Infolge neuer Eskalationen im Nahen Osten springt der Ölpreis wieder nach oben, die Risikobereitschaft der Anleger geht zurück.

Obwohl die Kurse der Speicherhersteller in den vergangenen Wochen heftig korrigierten, haben sich sämtliche Titel seit Jahresbeginn mindestens verdoppelt: Western Digital kommt noch immer auf ein Plus von 199 Prozent, Seagate auf ein Plus von 212 Prozent, Micron auf ein Plus von 216 Prozent. Unangefochtener Spitzenreiter bleibt jedoch Sandisk mit einem Kursgewinn von 513 Prozent.

Micron Technology (WKN: 869020)

Vorschusslorbeeren ohne Ende: Speicherhersteller vor der Bewährungsprobe

Angesichts der starken Wachstumsaussichten des Sektors überrascht es kaum, dass die Analysten klar auf der Käuferseite stehen. Für keine der vier genannten Aktien wurde eine Verkaufsempfehlung ausgesprochen. Insbesondere für die Kurse von Micron und Sandisk sieht die Wall Street noch reichlich Potenzial: Das durchschnittliche Kursziel von 1.589,48 Dollar respektive 2.254,56 Dollar impliziert mindestens 50 Prozent Luft nach oben.

Das nächste Stimmungsbild aus dem Sektor liefert Seagate am 28. Juli. Die Erwartungen sind hoch: Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 rechnen Analysten mit einem Umsatzsprung von 42,9 Prozent auf 3,49 Milliarden Dollar. Der Bruttogewinn soll von 914 Millionen auf 1,76 Milliarden Dollar zulegen und die Marge somit ein Rekordniveau von 50,4 Prozent erreichen. Der Gewinn je Aktie dürfte sich laut der Bloomberg-Schätzung auf 5,08 Dollar mehr als verdoppeln. Eine Woche später, am 5. August, legen dann auch Sandisk und Western Digital ihre Jahreszahlen offen.

DER AKTIONÄR bleibt für den Speicherchip-Sektor grundsätzlich positiv gestimmt. Die Nachfrage dürfte angesichts des laufenden globalen Ausbaus von KI-Rechenzentren exorbitant bleiben. Zudem bewegen sich die Bewertungen für Micron und Sandisk trotz der Kursrally noch immer auf einem moderaten Niveau. Allerdings wurden beide Aktien im Zuge der Juli-Korrektur ausgestoppt. Nach dem Fall unter den GD50 drängt sich ein Wiedereinstieg vorerst nicht auf. Anleger warten einen günstigeren Zeitpunkt ab.

Behandelte Werte

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