American Express hebt die Umsatzprognose für das Gesamtjahr an und schlägt die Gewinnerwartungen deutlich. Ein minimal verfehlter Quartalsumsatz und höhere Kosten belasten jedoch die Stimmung. Die Aktie gibt vorbörslich rund drei Prozent nach und dürfte den Freitagshandel als schwächster Wert im Dow Jones aufnehmen.
American Express trotzt der volatilen Konjunktur und liefert ein starkes Jahresviertel ab. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent auf 19,64 Milliarden Dollar. Damit verfehlte der Konzern die durchschnittlichen Schätzungen der Analysten von 19,69 Milliarden Dollar nur hauchdünn.
Auf der Ergebnisseite lief es deutlich besser als erwartet: Der Gewinn je Aktie kletterte von 4,08 Dollar im Vorjahreszeitraum auf 4,53 Dollar. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 4,41 Dollar gerechnet.
Ein wesentlicher Treiber war die solide Kreditqualität. Die Rückstellungen für Kreditausfälle sanken im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 1,10 Milliarden Dollar – Experten hatten hier mit einer höheren Vorsorge von 1,38 Milliarden Dollar kalkuliert. Das gesamte Netzwerkvolumen legte auf 516,8 Milliarden Dollar zu und lag damit ebenfalls über den Erwartungen.
Prognose angehoben: CEO sieht starke Dynamik
Aufgrund der starken Entwicklung hebt das Management die Umsatzprognose für das Gesamtjahr leicht an. Das Unternehmen rechnet nun fest mit einem Erlösplus von zehn Prozent (bisher: neun bis zehn Prozent). Die Zielspanne für den Gewinn je Aktie bleibt unverändert bei 17,30 bis 17,90 Dollar (Konsens: 17,68 Dollar).
CEO Stephen Squeri zeigte sich entsprechend optimistisch: „Sechs Monate nach Jahresbeginn sehen wir eine stärkere Dynamik als erwartet. Die Investitionen in unsere Kundenangebote haben das Ausgaben- und Umsatzwachstum beschleunigt.“
Squeri hob hervor, dass das US-Platinum-Portfolio aktuell das am schnellsten wachsende Segment im Privatkundengeschäft sei. Zudem gewinne Amex weiterhin viele Neukunden, insbesondere aus den Generationen der Millennials und Gen-Z.
Die Gesamtausgaben kletterten allerdings um zwölf Prozent auf 14,5 Milliarden Dollar. Grund dafür sind unter anderem höhere kundenbezogene variable Kosten durch die stärkere Kartennutzung sowie die Überarbeitung der US-Platinum-Karte.
Aktie verliert trotz solider Zahlen
An der Börse wird das Zahlenwerk trotz starker Ergebnisse und der angehobenen Umsatzprognose verhalten aufgenommen. Vorbörslich gibt die American-Express-Aktie um rund drei Prozent nach und bildet damit das Schlusslicht im Dow Jones. Verantwortlich dafür dürften der minimal verfehlte Umsatz im Quartal sowie die gestiegenen Ausgaben sein, die einige Marktteilnehmer zu Gewinnmitnahmen veranlassen.
Das Geschäftsmodell mit dem Fokus auf kaufkräftige Kunden und jüngere Zielgruppen greift. Der leichte Kursrückgang ist kein Grund zur Sorge – vor allem nicht für AKTIONÄR-Leser, die ihren Einsatz mit der Aktie bereits mehr als verdoppelt haben. Rücksetzer können weiterhin als langfristig aussichtsreiche Kaufchancen begriffen werden.
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