Das kam überraschend: Der Ludwigshafener Chemieproduzent BASF hat den angekündigten Verkauf eines Großteils der Werkswohnungen seiner Tochtergesellschaft nun doch noch vorerst gestoppt. Das Geschäft würde derzeit nicht den angestrebten Mehrwert schaffen, teilte das Unternehmen mit.
"Wir sehen uns in der Verantwortung, wirtschaftlich nachhaltige Entscheidungen zu treffen", sagte Helmut Winterling, Präsident der Europäischen Verbundstandorte bei BASF. "Ein nicht wertsteigernder Verkauf ist daher keine Option für uns."
Als Grund nannte BASF die veränderten Bedingungen am Immobilien- und Kapitalmarkt. Der DAX-Konzern hatte den Verkauf im Februar im Zuge seiner Strategie angekündigt, sich stärker auf das Kerngeschäft und die Wettbewerbsfähigkeit des Stammwerks zu konzentrieren.
Geplant war der Verkauf von insgesamt 4.400 Wohnungen: Rund 1.100 Eigentumswohnungen sollten einzeln veräußert, weitere 3.300 Wohnungen als Gesamtpaket an einen Investor verkauft werden. Dieser Paketverkauf ist nun bis auf Weiteres ausgesetzt, während der Einzelverkauf fortgesetzt wird. Das Vorhaben war zuvor von Gewerkschaften und Landespolitik kritisiert worden.
Die Stadt Ludwigshafen begrüßte den Schritt. Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) erklärte: "Wir sind fürs Erste erleichtert, dass die BASF das Verfahren zum angekündigten Verkauf der unternehmenseigenen Wohnungen ausgesetzt hat. Im Interesse der Mieterinnen und Mieter braucht es nun Perspektiven und Stabilität nach Wochen und Monaten der Verunsicherung."
Für die Mieterinnen und Mieter der betroffenen Wohnungen ändert sich nach Angaben des Unternehmens zunächst nichts. Die 3.300 Wohnungen des ausgesetzten Paketverkaufs bleiben im Eigentum der BASF-Tochter. Der Verkauf der rund 1.100 Eigentumswohnungen wird hingegen wie geplant fortgesetzt und in den kommenden Jahren von BASF Wohnen + Bauen koordiniert.
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Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Enthält Material von dpa-AFX
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