Alphabet hat im zweiten Quartal operativ überzeugt. Doch an der Börse zählt am Donnerstag nur ein Thema: die weiter steigenden Investitionen in Künstliche Intelligenz. Die Aktie verliert kontinuierlich an Boden und steuert auf den stärksten Tagesverlust seit mehr als einem Jahr (Mai 2025) zu. Auch charttechnisch wächst der Druck.
Der Umsatz stieg um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar und übertraf die Erwartungen von 116,9 Milliarden Dollar klar. Das operative Ergebnis legte um 30 Prozent auf 40,8 Milliarden Dollar zu. Besonders stark war Google Cloud: Die Erlöse sprangen um 82 Prozent auf 24,8 Milliarden Dollar, das operative Ergebnis hat sich mit 8,8 Milliarden Dollar mehr als verdreifacht. Die Marge kletterte auf 35,6 Prozent, der Auftragsbestand auf 514 Milliarden Dollar.
Doch Alphabet muss den Ausbau seiner Infrastruktur für Künstliche Intelligenz vorfinanzieren. Die Investitionsausgaben verdoppelten sich auf 44,9 Milliarden Dollar. Der freie Cashflow fiel mit minus 5,9 Milliarden Dollar erstmals seit dem Börsengang vor mehr als 20 Jahren negativ aus. Für das Gesamtjahr hob Alphabet die Investitionsprognose von 180 bis 190 auf 195 bis 205 Milliarden Dollar an. Auch 2027 sollen die Ausgaben deutlich steigen. Der Markt bezweifelt, dass sich dieser Kraftakt schnell genug amortisiert.
Die Reaktion fällt entsprechend heftig aus. Die Aktie verliert zur Stunde mehr als sieben Prozent. Dabei wurden das Juni-Tief sowie das 50-Prozent- und das 61,8-Prozent-Fibonacci-Retracement unterschritten – ein starkes Verkaufssignal. Die nächste wichtige Unterstützung liegt bei 310 Dollar. Hält sie nicht, droht der Lückenschluss bei 304,10 Dollar.
Operativ liefert Alphabet eindrucksvoll und entwickelt sich immer stärker zu einem vertikal integrierten Anbieter von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Kurzfristig dominieren aber Cashflow-Sorgen und das Verkaufssignal im Chart. Investierte Anleger bleiben mit Stoppkurs bei 240 Euro dabei.
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