Schaeffler streicht in Europa netto rund 3.460 Stellen, davon rund 2.660 in Deutschland, und schließt vier deutsche Standorte: Dortmund, Morbach, Berlin und Schwalbach. Das neue Sparprogramm kostet rund 480 Millionen Euro und soll ab 2030 jährlich rund 300 Millionen Euro mehr operatives Ergebnis bringen. Zugleich bestätigt der Konzern mit den endgültigen Neunmonatszahlen die Prognose 2026. Im dritten Quartal flossen 260 Millionen Euro Free Cash Flow in die Kasse, nach 175 Millionen Euro im Vorjahr.
Schaeffler-Zahlen: Wie stark war das dritte Quartal?
Der Umsatz lag im dritten Quartal mit 5,81 Milliarden Euro auf Vorjahreshöhe, währungsbereinigt fehlten zwei Prozent. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten sank von 264 auf 245 Millionen Euro, die Marge von 4,5 auf 4,2 Prozent. Gegen den Trend steigerte das Industriegeschäft Bearings & Industrial Solutions seine Quartalsmarge von 7,8 auf 8,6 Prozent.
Die E-Mobilität verlor im Quartal vor Sondereffekten 169 Millionen Euro. Hinzu kamen 220 Millionen Euro Abschreibungen und Rückstellungen, weil europäische Autobauer in China weniger Projekte abrufen. Unterm Strich bleibt nach neun Monaten ein Konzernergebnis von elf Millionen Euro, nach einem Verlust von 244 Millionen im Vorjahr. Die Rückstellungen für das Sparprogramm bucht Schaeffler noch 2026 als Sondereffekt. Die Nettofinanzschulden stiegen seit Jahresende von 4,92 auf 5,3 Milliarden Euro.
Für die Jahresprognose von 100 bis 300 Millionen Euro Free Cash Flow muss das vierte Quartal nach minus 40 Millionen zur Neunmonatsmarke 140 bis 340 Millionen beisteuern. Geholfen haben im dritten Quartal geringere Investitionen: 193 nach 244 Millionen Euro.
Die Aktie schloss am Montag auf Xetra bei 5,97 Euro, vorbörslich handelt Schaeffler bei 6,05 Euro. Den nächsten Widerstand bildet die 50-Tage-Linie bei 6,54 Euro, der Kurs liegt 8,72 Prozent darunter. Unterstützung bietet das Tagestief vom Montag bei 5,79 Euro. Unter der fallenden 200-Tage-Linie bei 8,19 Euro liegt der Kurs um 27,1 Prozent, der Abwärtstrend ist noch intakt. Fällt die Unterstützung bei 5,75 Euro, rückt das Oktober-Tief wieder in den Blick. Ein Ausbruch über den Bereich 6,10-6,15 Euro wäre positiv.
Schaeffler ist eine laufende Empfehlung des AKTIONÄR.
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