Microsoft steht mit rund 27 Prozent an der Spitze der OpenAI-Geldgeber – und genau diese Beteiligung gerät jetzt unter Druck. Acht US-Bundesstaaten haben den ChatGPT-Entwickler am 14. Oktober verklagt: Sie werfen ihm vor, Kindern zu schaden und Eltern über die Sicherheit seines Chatbots zu täuschen. Als Geldgeber mit im Boot sitzen SoftBank, Amazon und Nvidia.
Microsoft-Aktie: Wie viel OpenAI steckt im Kurs?
Iowa, Kansas, Nebraska, West Virginia, Arkansas, Arizona, Idaho und Montana ziehen vor Gericht, Florida klagt bereits seit Juni. Iowas Generalstaatsanwältin Brenna Bird wirft OpenAI vor, ChatGPT gebe gefährliche medizinische Ratschläge. Dazu kommt Apple: Im Streit um Geschäftsgeheimnisse muss OpenAI binnen 14 Tagen Unterlagen zu Einstellungsgesprächen mit Apple-Mitarbeitern vorlegen.
Bei der Bewertung von 852 Milliarden Dollar aus der Finanzierungsrunde im März ist Microsofts Anteil rund 228 Milliarden Dollar wert. Das entspricht 5,75 Prozent des Börsenwerts von knapp vier Billionen Dollar. SoftBank hat OpenAI insgesamt 64,6 Milliarden Dollar zugesagt. In der März-Runde verpflichtete sich Amazon zu 50 Milliarden Dollar, davon 15 Milliarden sofort, Nvidia zu 30 Milliarden
Bußgelder aus Verbraucherschutzklagen dürften diese Summen kaum berühren. Gefährlicher sind die Unterlassungsanträge: Arkansas will OpenAI Tests fortgeschrittener KI untersagen lassen, bis Schutzvorkehrungen greifen. Zudem bereitet OpenAI den Börsengang vor – jede Klage landet im Risikokapitel. Unterm Strich: Für Microsoft ist die Klagewelle ein Bewertungsrisiko auf eine Beteiligung, kein Angriff aufs Kerngeschäft. Bei SoftBank, dessen Gewinnsprung im Geschäftsjahr bis März vor allem auf OpenAI beruhte, wiegt sie schwerer.
Die Microsoft-Aktie hat den Handel am Mittwoch bei 534 Dollar beendet, 1,80 Prozent unter dem Rekordschluss vom Dienstag. Dort stieß sie an die steigende Widerstandslinie, die die Hochs seit Ende März verbindet, und drehte ab. Darüber liegt das 52-Wochen-Hoch bei 554 Dollar. Unterstützung bietet die 50-Tage-Linie bei 504 Dollar, die den Anstieg seit August trägt. Zur 200-Tage-Linie bei 435 Dollar beträgt der Abstand rund 23 Prozent. Fällt die Aktie unter die 50-Tage-Linie, wäre die Erholung seit dem Sommertief angeschlagen.
Wie stark OpenAI in Microsofts Zahlen durchschlägt, zeigt sich am 28. Oktober: Dann legt der Konzern nach US-Börsenschluss die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 vor.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Microsoft.
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