OpenAI steht im Zentrum eines kräftigen Rücksetzers bei Technologiewerten. Die Aktien von Oracle, Microsoft, Nvidia und anderen Techwerten geraten am Donnerstag deutlich unter Druck. Auslöser ist ein Bericht der Financial Times, wonach bei OpenAI die annualisierte Umsatzrate offenbar erheblich geringer ausfällt als zuletzt vielfach angenommen.
Nach Angaben aus Finanzunterlagen, die der Financial Times vorliegen, belief sich der auf ein Jahr hochgerechnete Umsatz des KI-Konzerns Ende September auf rund 50 Milliarden Dollar. Damit lag die Kennzahl etwa 20 Milliarden Dollar unter jenem Wert, der im Vormonat in mehreren Medienberichten unter Berufung auf Informationen für Investoren genannt worden war.
Die zuvor verbreitete Größenordnung von 70 Milliarden Dollar beruhte offenbar auf dem Versuch, die Erlöse des Unternehmens mit denen des Wettbewerbers Anthropic unmittelbar vergleichbar zu machen. Genau hier liegt der entscheidende Unterschied: Anthropic rechnet Einnahmen aus Verkäufen über Cloud-Partner wie AWS und Google Cloud ein. OpenAI berücksichtigt solche über Partner erzielten Umsätze dagegen nicht in seiner eigenen Berechnung.
Die neuen Angaben korrigieren dieses Bild deutlich nach unten. Sie dürften den Optimismus über die Stärke der KI-Nachfrage dämpfen. OpenAI äußerte sich dazu nicht.
Die annualisierte Umsatzgröße gilt als zentraler Indikator für die Nachfrage nach Anwendungen auf Basis Künstlicher Intelligenz. Zusammen mit der entsprechenden Kennzahl des Rivalen Anthropic prägt sie die Einschätzung des gesamten Marktes. Die Umsatzwerte beeinflussen zudem Investitionen in die KI-Infrastruktur und die Aktienmärkte.
Tech-Werte stehen nun deutlich unter Druck. Nvidia verliert gut drei Prozent, Oracle mehr als vier Prozent, Intel sechs Prozent, Arm sogar acht Prozent. Auch die Aktie von Microsoft gibt mehr als ein Prozent nach.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia, Microsoft.
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