SK Hynix legt den möglichen US-Börsengang seiner Speichertochter Solidigm auf Eis. Die Aktie fiel am Freitagmorgen in Seoul zunächst um bis zu drei Prozent und machte die Verluste im Verlauf weitgehend wett. Offiziell begründet der Konzern den Schritt mit dem Marktumfeld, nicht mit schwächeren Aussichten für die Tochter.
SK-Hynix-Aktie: Warum stoppt der Konzern den Solidigm-Börsengang?
Solidigm baut SSD-Speicher für Server und KI-Rechenzentren und braucht ein neues Werk in den USA, weil die bestehenden Fabriken die Nachfrage nicht mehr decken. Der Börsengang sollte das Geld dafür von außen holen, im Gespräch war zunächst eine Vorab-Finanzierungsrunde über rund fünf Billionen Won. Seit die Pläne Ende September bekannt wurden, hat die SK-Hynix-Aktie aber mehr als 30 Prozent verloren, der Leitindex Kospi knapp 20 Prozent. In diesem Umfeld hätte Solidigm für neue Anteile deutlich weniger erzielt als noch vor wenigen Wochen.
Dazu kam Gegenwind von zwei Seiten. Viele Aktionäre fürchteten, dass eine eigene Notierung der Tochter den Wert des Mutterkonzerns drückt. Und Südkoreas Finanzaufsicht stellte klar, dass auch für eine Notierung im Ausland die Regeln gegen Doppelnotierungen gelten.
Für Aktionäre ist der Stopp zunächst die bessere Nachricht: Der Wert von Solidigm bleibt im Konzern. Das Problem ist damit aber nicht gelöst. Das Werk muss trotzdem bezahlt werden. Zahlt SK Hynix aus eigener Tasche, konkurriert die Fabrik mit dem Aktienrückkauf über 40 Billionen Won, den der Konzern im August beschleunigt hat.
Wer das Risiko einzelner Meldungen wie der zu Solidigm nicht allein tragen will, kann breiter auf die Branche setzen. SK Hynix gehört zu den 20 Werten im DER AKTIONÄR Chip Titans Index. Er deckt die wichtigsten Stufen der Wertschöpfung ab: Chipdesigner wie Nvidia, AMD und Broadcom, Speicheranbieter wie Micron, Seagate und Western Digital, Fertiger und Ausrüster wie TSMC, ASML, Applied Materials und Lam Research sowie Infrastrukturwerte wie Vertiv, Coherent und Jabil.
Der Rückenwind ist kräftig: McKinsey erwartet für 2030 einen weltweiten Halbleitermarkt von rund 1,6 Billionen Dollar, IDC sogar von rund 1,75 Billionen Dollar. Breit gestreut heißt aber nicht schwankungsfrei – die jüngste Korrektur hat die ganze Branche erfasst.
Abstimmen und gewinnen: Noch bis zum 30. Oktober läuft die Publikumsabstimmung zum 25. ZertifikateAward. Unter allen Teilnehmern verlost wird eine Berlin-Reise für zwei Personen mit drei Übernachtungen. Hier geht es zur Abstimmung.
Die Experten der AKTIONÄR-Redaktion veröffentlichen in regelmäßigen Abständen Aktien-Reports zu Spezialthemen und neuen Einstiegschancen. Bleiben Sie mit unserem kostenlosen Newsletter auf dem Laufenden, wann welcher Report erscheint. Jetzt hier anmelden.
Heute, 08:35
Bei Google bevorzugen