Die US-Wirtschaft hat im Oktober 165.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft geschaffen. Das meldete das US-Arbeitsministerium (Bureau of Labor Statistics, BLS) gerade. Volkswirte hatten im Konsens mit 65.000 neuen Jobs gerechnet – das Ergebnis liegt 100.000 darüber. Der schwache Septemberwert von 29.000 wurde auf 60.000 revidiert, der August von 133.000 auf 186.000. Zusammen liegen die beiden Monate damit 84.000 Stellen höher als bisher gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 Prozent, erwartet waren unverändert 4,2 Prozent. Die Stundenlöhne stiegen zum Vormonat um 0,4 Prozent und zum Vorjahr um 3,1 Prozent.
- 165.000 neue Stellen im Oktober – Konsens 65.000, September revidiert auf 60.000
- Arbeitslosenquote sinkt auf 4,1 Prozent – Konsens 4,2 Prozent
- Stundenlöhne plus 0,4 Prozent zum Vormonat und plus 3,1 Prozent zum Vorjahr – Konsens 0,3 und 2,9 Prozent
Die Privatwirtschaft schuf 159.000 Stellen, erwartet waren 64.000; den Septemberwert hob das BLS von 46.000 auf 78.000 an. Beim Staat entstanden 6.000 Stellen, nach revidiert minus 18.000 im Vormonat. In der Industrie kamen 19.000 Jobs hinzu, der Konsens lag bei 5.000, für September stehen jetzt 13.000 zu Buche. Die meisten Stellen entstanden bei unternehmensnahen Dienstleistungen mit 70.000, im Gesundheitswesen mit 42.000 sowie in Transport und Lagerhaltung mit 25.000. Ein Haar in der Suppe: Die breiter gefasste Arbeitslosenquote U-6, die auch unfreiwillige Teilzeit und entmutigte Arbeitsuchende erfasst, stieg auf 7,9 Prozent nach 7,6 Prozent. Weil die offizielle Quote zugleich sank, ist genau diese Gruppe gewachsen. Die Erwerbsquote betrug 61,9 Prozent nach 61,8 Prozent, die durchschnittliche Wochenarbeitszeit unverändert 34,4 Stunden.
Für die Zinsfrage zählen vor allem die Löhne. Der durchschnittliche Stundenlohn in der Privatwirtschaft stieg um 14 Cent auf 38 Dollar. Das entspricht einem Plus von 0,4 Prozent zum Vormonat und 3,1 Prozent zum Vorjahr. Den September hat das BLS auf 0,3 und 3,2 Prozent angehoben. Damit wachsen die Löhne im Jahresvergleich weiter langsamer als die Preise: Die Inflationsrate lag im September bei 3,7 Prozent. Der Monatswert zeigt aber nach oben: Auf zwölf Monate hochgerechnet ergäben 0,4 Prozent rund 4,9 Prozent – mehr als die aktuelle Teuerung.
Darum sind die Arbeitsmarktdaten für die Kursentwicklung wichtig
Der Arbeitsmarkt ist neben der Inflation die zweite Größe, an der die US-Notenbank Fed ihre Zinspolitik ausrichtet. Im September hat sie den Leitzins erstmals seit Juli 2023 angehoben, auf 3,75 bis 4 Prozent. Am 28. Oktober hielt sie still – zwei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder wollten bereits weiter erhöhen. Ein schwacher Arbeitsmarkt spricht gegen eine weitere Anhebung, kräftige Löhne sprechen dafür.
Schon der Septemberbericht hatte zunächst enttäuscht: Mit 29.000 neuen Stellen blieb er weit unter den Prognosen von 84.000 bis 90.000 – inzwischen steht er bei 60.000, der August bei 186.000. Damals waren Juli und August um zusammen 60.000 Stellen nach unten korrigiert worden, der Juli rutschte mit minus 10.000 ins Minus. Die Arbeitslosenquote stieg damals von 4,1 auf 4,2 Prozent. Entlassungen bleiben dagegen selten: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe lagen im Oktober zwischen 195.000 und 200.000 pro Woche.
WICHTIG ZU WISSEN
Der Arbeitsmarkt ist deutlich robuster als befürchtet – mehr Stellen, eine niedrigere Quote und kräftigere Löhne. Das stärkt die beiden Fed-Mitglieder, die schon im Oktober für eine weitere Anhebung gestimmt haben. Fallen am Dienstag, 10. November, auch die Verbraucherpreise für Oktober hoch aus, wird eine Zinserhöhung am Mittwoch, 9. Dezember, deutlich wahrscheinlicher. Einziges Warnsignal ist die gestiegene U-6-Quote.
Vorbörslich notierte der Future auf den Dow Jones 0,9 Prozent tiefer, der S&P-500-Future handelt plus 0,2 Prozent und der Nasdaq-100-Future plus 1,5 Prozent. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen notiert bei 4,87 Prozent. Der Euro kostet 1,1150 Dollar. Gold notierte bei 4.070 Dollar je Feinunze und ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet 98,80 Dollar.
DER AKTIONÄR DAILY Newsletter
Bleiben Sie über die neuesten Entwicklungen bei spannenden Unternehmen und an der Börse auf dem Laufenden. Lesen Sie DER AKTIONÄR DAILY – den täglichen Newsletter von Deutschlands führendem Börsenmagazin. Kostenlos.
Heute, 14:42
Bei Google bevorzugen