Dunkle Wolken am Chip-Himmel: Nach den Zwischenwahlen in den USA belasten Sorgen um die Zukunft des KI-Booms die Aktienmärkte weltweit und sorgen für heftige Kursverluste. Anleger befürchten, dass nach dem Wahlsieg der Demokraten strengere Auflagen den Ausbau von Rechenzentren bremsen und Projekte verzögern könnten. Im Zuge der Verkaufswelle bei US-Chipwerten gab auch die Infineon-Aktie deutlich nach. So geht es jetzt weiter.
Rechenzentren sind ein wesentlicher Bestandteil der KI-Infrastruktur. In den USA gelten die Demokraten den Chancen von KI gegenüber als skeptischer als die Republikaner, die sich eher für eine Deregulierung starkmachen. In Texas hat die designierte Gouverneurin Gina Hinojosa von den Demokraten bereits ein sofortiges Moratorium für den Bau von Rechenzentren gefordert.
Der Nasdaq 100 sackte gestern um 6,36 Prozent auf 26.629 Punkte ab und fiel damit auf das Niveau vom April zurück. Dadurch verringerte sich die Marktkapitalisierung um 2,3 Billionen Dollar. Allerdings war der Tech-Index seit Anfang 2023 rasant gestiegen und hatte stark von der Hoffnung auf gute Geschäfte mit künstlicher Intelligenz profitiert. Erst im Oktober hatte das Börsenbarometer ein Rekordhoch erreicht. Seit Jahresbeginn liegt es noch 5,5 Prozent im Plus.
Rechenzentren im Fokus
Im Sog der Entwicklung rutschte auch die Infineon-Aktie um mehr als zehn Prozent ab und verabschiedete sich bei 45,95 Euro aus dem Handel. Das zwischenzeitliche Tagestief lag bei 44,74 Euro. Wie geht es im Vorfeld der für kommenden Dienstag, den 10. November, angesetzten Geschäftszahlen weiter?
Für eine nachhaltige Beruhigung braucht es belastbare Zahlen. Sie müssen letztlich belegen, dass die großen Konzerne die enormen Erwartungen an KI nachhaltig monetarisieren können. Zudem muss klar werden, dass der Ausbau der Rechenzentren in den USA nicht vollständig ausgebremst wird. Solche Belege wird es kurzfristig vermutlich nicht geben. Deshalb dürften weiterhin alle Aussagen aus Wirtschaft und Politik zu diesem Thema genau unter die Lupe genommen werden.
Bei allen Sorgen um den Wahlausgang gilt: Auch die Demokraten werden KI nicht stoppen – und das wollen sie auch gar nicht. Die USA wollen im Wettrennen mit China vorne bleiben. Die Milliardeninvestitionen schaffen zudem gut bezahlte Jobs und generieren Steuereinnahmen in Milliardenhöhe. Allerdings dürften die Demokraten versuchen, die Branche stärker zu regulieren.
Darum ist KI so wichtig für Infineon
Fakt ist: Durch die Verluste der vergangenen Tage ist weitere Luft aus der KI-Spekulation gewichen, und viele Aktien sind nun wieder günstiger bewertet. Ein reinigendes Gewitter, aber kein Ende des Megatrends – auch für Infineon.
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