US‑Daten, Ölpreis, Gold und Silber, Zahlenflut: Das erwartet Anleger diese Woche

US‑Daten, Ölpreis, Gold und Silber, Zahlenflut: Das erwartet Anleger diese Woche
Foto: iStockphoto
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Jan-Paul Fóri 08.02.2026, 14:15 Jan-Paul Fóri

Der DAX hat sich am vergangenen Freitag mit einem Plus ins Wochenende verabschiedet und auch auf Wochensicht zugelegt. In der neuen Handelswoche rücken wichtige Konjunkturdaten aus den USA, die nächste Runde der Berichtssaison sowie mögliche Turbulenzen am Öl- und Rohstoffmarkt in den Fokus. Diese Faktoren könnten dem deutschen Leitindex einen nachhaltigen Sprung über die Marke von 25.000 Punkten erschweren. Ein Ausblick auf die Woche.

Der deutsche Leitindex bleibt auf Richtungssuche. Zwar verabschiedete sich der DAX mit einem Plus von 0,94 Prozent bei 24.721 Punkten ins Wochenende und verbuchte auf Wochensicht ein Zuwachs von 0,74 Prozent, doch die erhoffte Euphorie für einen nachhaltigen Ausbruch über die Marke von 25.000 Punkten lässt weiterhin auf sich warten.

DAX (WKN: 846900)

Neue Impulse könnten nun der anstehende US-Arbeitsmarktbericht sowie die US-Inflationsdaten liefern. Der Markt rechnet im Vorfeld damit, dass außerhalb der Landwirtschaft im Januar rund 70.000 neue Stellen geschaffen wurden, nachdem es im Vormonat lediglich 50.000 neue Jobs waren. Die offiziellen Zahlen wird das Bureau of Labor Statistics zur Wochenmitte veröffentlichen. Dabei gilt: Schwächere Arbeitsmarktdaten wären für die Aktienmärkte tendenziell positiv, da sie den Druck auf die US-Notenbank erhöhen könnten, die Zinsen früher oder stärker zu senken. Letzteres fordert US-Präsident Donald Trump seit längerem vehement (siehe Artikelbox).

An den Märkten werden für 2026 aktuell zwei Zinssenkungen durch die US-Notenbank erwartet, um der Wirtschaft neuen Schwung zu verleihen. Sofern sich bei Löhnen, Arbeitsmarkt und Inflation keine unerwarteten Ausschläge zeigen, gilt dieses Szenario als wahrscheinlich. Unterstützend wirken könnten zudem robuste Konjunktursignale. Spannung verspricht vor allem der Blick auf die US-Inflationsdaten am Freitag: Für Januar prognostizieren Volkswirte eine Teuerungsrate von 2,5 Prozent im Jahresvergleich, nachdem im Dezember noch 2,7 Prozent zu Buche standen.

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Die kommende Handelswoche steht überdies ganz im Zeichen der Berichtssaison. Den Auftakt machen am Montag die UniCredit und die Banca Monte dei Paschi di Siena. Automobilzulieferer Aumovio hält indes einen Pre-Close Call ab. In den USA legt nachbörslich zudem der Chip-Komponentenhersteller On Semiconductor seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal vor. Mehr zu On Semiconductor und der UniCredit lesen Sie auch in der aktuellen Ausgabe. Diese find Sie hier.

DER AKTIONÄR 07/2026
Quelle: Börsenmedien AG

Am Dienstag legen hierzulande unter anderem TUI, TeamViewer und der Versicherungskonzern Talanx ihre Jahreszahlen vor. International stehen zudem Schwergewichte wie AstraZeneca, Barclays und BP, Ferrari, Kering und Philips auf der Agenda. In den USA berichten außerdem Spotify, Coca-Cola, Marriott und Lyft über den Geschäftsverlauf im vierten Quartal. Nach US-Börsenschluss folgen zudem noch der Versicherer AIG, Ford und Robinhood. Im direkten Vergleich könnten Kennzahlen der beiden Autobauer dabei kaum unterschiedlicher ausfallen. 

Unternehmen Ferrari Ford
KGV 2026e 29 9
Nettomarge in Prozent 22,5 2,6

Zur Wochenmitte öffnen dann die Anlegerlieblinge CommerzbankSiemens Energy und TKMS ihre Bücher. Bei der Siemens-Tochter sind die Erwartungen nach dem zuletzt starken Lauf der Aktie extrem hoch: Der Gewinn je Aktie soll mit 0,78 Euro satte 240 Prozent über dem Vorjahreswert liegen. Zudem dürfte auch das Sorgenkind Siemens Gamesa abermals im Fokus stehen. Saftige Gewinne versprechen sich Analysten im Vorfeld überdies bei McDonald´s. Die Restaurantkette legt am Mittwoch vor Handelsstart an der Wall Street ihre Zahlen vor, ebenso wie Shopify, Unity, Kraft-Heinz und T-Mobile US. Nachbörslich folgen dann noch AppLovin, Cisco Systems und Albermale

Am Donnerstag stehen dann die DAX-Konzerne Siemens und Mercedes-Benz im Rampenlicht. Analystenliebling Farport veröffentlicht derweil frische Verkehrszahlen. Aus dem MDAX folgen mit Carl Zeiss Meditec, Fraport und KWS Saat weitere wichtige Impulsgeber, während im SDAX Cancom und Verbio Einblick in ihre Geschäftsentwicklung geben. In Frankreich rücken mit Hermès, Legrand und L’Oréal gleich drei Schwergewichte aus dem CAC 40 in den Fokus. In den USA legen zudem die Schuhersteller Crocs und Birkenstock sowie das Raumfahrtunternehmen Howmet Aerospace ihre Geschäftsberichte vor. Mehr zu den aktuell spannendsten Weltraumaktien lesen Sie übrigens auch im Aktienreport: „Galaktisches Potenzial – 2 Weltraumaktien, die jetzt abheben“. Abgerundet wird der Tag am Abend durch die Zahlen von Coinbase, DraftKingsExpedia und Rivian

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Zum Wochenausklang stehen nur wenige Quartalszahlen an. Jenoptik legt am Morgen seinen Q4-Umsatz vor. Borussia Dortmund setzt einen besonderen Akzent mit den Q2-Zahlen. In den USA öffnen zudem Moderna und der Uranproduzent Cameco ihre Bücher.

Gold (ISIN: XC0009655157)

An den Rohstoffmärkten dürften sich die wilden Ausschläge in der kommenden Woche fortsetzen. Besonders bei Silber bleibt die Nervosität hoch: Im asiatischen Handel rauschte der Preis in der vergangenen Woche kurzzeitig unter die 65-Dollar-Marke, bevor er sich dynamisch erholte und inzwischen rund zwölf Dollar höher notiert.

Aus charttechnischer Sicht könnte sich nun ein Swing-Low abzeichnen, das eine mögliche Bodenbildung signalisiert. Damit wächst die Chance, dass die laufende Korrektur ihren Tiefpunkt bereits erreicht hat. Auch der Goldpreis hat sich zuletzt wieder stabilisiert und steht nun erneut vor dem Sprung über die 5.000-Dollar-Marke.

Für Anleger eröffnen die jüngsten Rücksetzer aus Sicht von Rohstoffexperte Markus Bußler attraktive Einstiegsmöglichkeiten – sowohl bei den physischen Edelmetallen als auch bei ausgewählten Minenwerten. Mit dem Börsenbrief Goldfolio behalten Anleger die spannendsten Werte im Blick, um Chancen frühzeitig zu erkennen und gezielt zu nutzen.

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Die Ölpreise könnten in den kommenden Tagen leicht anziehen, da gleich mehrere geopolitische Faktoren den Markt unter Spannung setzen. Kuba steht kurz vor einer massiven Energiekrise: Die US-Blockade verhindert den Import venezolanischen Öls, während Mexiko und andere potenzielle Lieferanten unter Druck zurückhaltend bleiben. Das Land kann nur rund 40 Prozent seines Energiebedarfs selbst decken, Blackouts und Tankengpässe sind bereits an der Tagesordnung. Zwar ist Kuba global gesehen ein kleiner Verbraucher, doch die Blockade erhöht die Unsicherheit in Lateinamerika und verstärkt die Spekulation auf dem Ölmarkt. 

Parallel verschärft US-Präsident Donald Trump den Druck auf den Iran, der trotz „sehr guter“ Atomgespräche mit weiteren Strafzöllen droht. Ein Rückgang iranischer Öllieferungen würde die weltweite Versorgung zusätzlich verknappen. Nachdem Trump im Rahmen seiner Agenda einer neuen Weltordnung zuvor bereits Anspruch auf Grönland erhoben hat, will der US-Präsident nun den Ölhandel stärker kontrollieren. Zusammengenommen sorgen die Lieferunsicherheiten aus Kuba, die politischen Spannungen im Nahen Osten und die bestehenden Engpässe in Venezuela für ein leichtes Aufwärtspotenzial bei den Ölpreisen.

Die neue Handelswoche verspricht spannend zu werden. DER AKTIONÄR berichtet zeitnah über die wichtigsten Marktentwicklungen. Welche Aktien und Optionsscheine Anleger jetzt nutzen können, um sich für eine mögliche Gegenbewegung nach den Verlusten der vergangenen Woche zu positionieren, erfahren Sie im neuen Aktienreport: „5 Top-Aktien für die Gegenbewegung“.

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